Wandern: Der Wanderer setzt sich der Natur aus, um prinzipiell nicht mehr wiederzukommen – oder nur als Verwandelter. Er begreift Natur als Abenteuer, als Zeitreise, als das ganz Andere seines Alltags und der Kultur.

 
Spazieren: Der Spaziergang ist seit Rousseau und Schiller der Weg des Städters nach draußen – in eine schon gezähmte Natur. Der Weg ist auf Rückkehr angelegt, und zwar auf baldige. Gleichwohl will der Spaziergänger sich von Wind, Wetter und Landschaft berühren, anstoßen lassen – und sei es nur, um im „Freien“ einen freien Kopf zu bekommen für seine Arbeit in der Stadt.
 
Flanieren: Der Stadtspaziergänger will seit Baudelaire und Benjamin weniger sich ändern lassen, als sich zu zeigen – oder in der Menge unterzugehen. Die Natur spielt keine Rolle mehr, der Flaneur ist nicht draußen, sondern begreift seine Stadt als Interieur. Auch der Flaneur fühlt sich frei, aber im Drinnen – in der ästhetischen Reflexion der modernen Lebensverhältnisse.
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