Die inflationäre Geldmengenausweitung hat einen verheerenden Einfluss auf die moralische Verfasstheit einer Gesellschaft. Eine staatliche Zentralbank ist wie ein Geist aus der Flasche, der dir jeden Wunsch erfüllen kann. Mit ähnlichen Folgen für den Wünschenden: Je mehr Geld aus dem Nichts geschaffen wird, desto verkommener werden die Menschen, die es benutzen müssen. Die wahre Kaufkraft ihres Geldes wird verwischt, und somit auch die Vorstellung davon, was andere Menschen zu geben bereit sind für Produkte, und was für Produkte zu verlangen fair und angemessen ist. Wenn die Leute unsicher werden bezüglich des wahren Wertes einer Sache, dann beginnt Unsicherheit über das gesamte Leben sich bereitzumachen. Die Wertvorstellungen einer Gesellschaft verschieben sich – Stabilität, Kontinuität, Verlässlichkeit, Sicherheit: all das spielt im Empfinden der Menschen eine immer geringere Rolle. 
So kommt es, dass die Inflationierung des Geldes den Menschen vorgaukelt, die Erwirtschaftung unseres täglichen Brotes bedürfen keines persönlichen Einsatzes mehr. Nichts, was wertvoll erschien, muss durch Arbeit und Fleiß hergestellt werden. Und darum wird alles Wertvolle wertlos. Auf Konsum zu verzichten und zu sparen wird eine Tugend für Dumme und Ewiggestrige. Jeder Wunsch kann sofort erfüllt werden: durch einen billigen Kredit. Bezahlt wird später – oder auch gar nicht. 

Da die Menschen den Eindruck bekommen, der persönliche und gesellschaftliche Wohlstand vermehre sich automatisch – ex nihilo oder par ordre du Mufti – gewöhnen sie sich einen konsumistischen, hyperindividualistischen Lebensstil an. 

Da sie manchmal aber das leise Gefühl beschleicht, dass etwas faul sei im Staate und die Ungleichheit und Ungerechtigkeit trotz aller staatlicher Intervention wachsen, rufen sie den Geist aus der Flasche an und betteln nach noch mehr von dem Zauber. Mindestlohn, Mietpreisbremse, Subventionsprogramme sind die kleineren Geschwister des billigen Kredits. 

Auch das Bedingungslose Grundeinkommen beruht auf demselben Wunschdenken: Da ich gewöhnt bin, dass nichts von dem Reichtum um mich herum durch Verzicht und Mühe erspart und erarbeitet werden musste, ist mir der Gedanke, dass Wohlstand für alle einfach aus dem Nichts geschenkt werden könnte, nur allzu verführerisch. 

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Ein Kommentar zu „Bedingungsloses Grundeinkommen – Als das Wünschen noch geholfen hat

  1. Eine Grundversorgung im Sinne von genug Essen, ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter und Sicherheit kann mit relativ wenig Arbeit dank technologischem Fortschritt erreicht werden. Da aber weite Teile der Gesellschaft vergessen haben was die tragenden Säulen unserer Gesellschaft sind (Kapitalismus, Recht auf Eigentum, Freie Rede) wird eventuell selbst diese Grundversorgung langfristig wegbrechen.

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