Ich wünsche mir strahlende Kinder zurück! – Lehrerin Jennifer im Gespräch [Wie geht es dir damit?]

Die 14. Folge meiner Reihe „Wie geht es dir damit?“ ist ein Austausch unter Kollegen: ich spreche mit Jennifer, einer Realschullehrerin aus Nordrhein-Westfalen. Sie schildert mir ihren Schulalltag – ein Klima der Angst vor dem Virus, des Misstrauens und der Beobachtung. Besonders das Verhalten und die Rhetorik des Lehrerkollegiums stoßen ihr sauer auf. „Das sind doch Akademiker und Pädagogen. Menschen, die in der Lage sein sollten, zu reflektieren, die wissen müssten, Kinder nicht unter Druck setzen zu dürfen, und schon gar nicht Angst einzujagen.“ Ihr Bericht verdeutlicht, wie grundlegend sich die Arbeit als Lehrerin, ob nun online oder in Präsenz, verändert hat. Der Unterricht mit Maske nimmt ihr die Mimik, bei Videokonferenzen fehlt der persönliche Bezug vollkommen. Dadurch, dass man das Gesicht sehen kann, ist die Nähe auch nicht größer. Jennifer und ihre Schüler wünschen sich nichts mehr, als endlich wieder in der Schule – nicht zuhause mit iPads, sondern ganz altmodisch vor der Tafel – zusammenkommen zu dürfen. Wenn Masken und Abstand die Bedingung dafür sind, dann ist das noch das kleinere Übel, wofür es sich, selbst als Kritikerin, lohne, in den sauren Apfel zu beißen. Eigentlich aber hofft sie auf einen Schulalltag, der wieder normal, ja vielleicht sogar richtig schön ist: mit strahlenden, sie anlachenden Kindern.

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s