Wir sind fast ganz unten angelangt

Das Amtsgericht Braunschweig ordnete am 12. 1. 2021 an, dass ein 17-jähriges Mädchen, das seine Maske im öffentlich Raum abgesetzt hatte und das dafür verhängte Bußgeld nicht zahlen konnte / wollte, einen drei DIN A4-Seiten langen, handgeschriebenen Aufsatz zum Thema ,,Die Auswirkungen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen auf das alltägliche Leben und Sinn und Zweck der lnfektionsschutzregeln“ schreiben solle. (Zum Hintergrund hier). Daraufhin verfassten viele Menschen ihre eigene Version eines solchen Gesinnungsaufsatzes. Ich veröffentliche ihre Texte hier in loser Folge.


Beitrag bzgl. des vom Amtsgericht Braunschweig geforderten Gesinnungsaufsatzes, den eine 17-Jährige infolge eines sogenannten Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetzes verfassen soll.

von Nicolas Riedl

Im fünften Band der Harry-Potter-Buchreihe wird dem gleichnamigen Protagonisten in der Zauberschule Hogwarts eine Strafarbeit aufgebrummt, als dieser eine politisch missliebige Position im Unterricht gegenüber einer Lehrkraft mit einem inquisitorischen Bildungsauftrag äußert. Die Strafarbeit besteht darin, mit einer Feder mehrere Seiten Pergament mit ein und dem selben Satz zu beschriften: „Ich darf keine Lügen erzählen“. Dabei handelt es sich jedoch um keine gewöhnliche Schreibfeder, sondern eine magisch modifizierte Feder, die als Tinte sich des Bluts ihres Halters bedient. Dies hat zur Folge, dass die Worte in den Handrücken des Schreibenden wie eine Narbe eingraviert werden. Es ist ein Akt der Demütigung, der Unterdrückung und des gewaltsamen Aufzwingens eines Glauben, den man selbst nicht teilt, gar regelrecht ablehnt.

Im hohen Maße erschreckend sind die Parallelen zwischen der Zauberschule Hogwarts und dem Amtsgericht Braunschweig, dem Unrecht zwischen Harry Potter und einer 17-jährigen Schülern aus ebendieser Stadt. Einen Aufsatz soll sie nun einreichen. Thema: ,,Die Auswirkungen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen auf das alltägliche Leben und Sinn und Zweck der lnfektionsschutzregeln“. Tut sie es nicht, dann droht Jugendarrest.

Nun, die Vorgabe wird hier – vielleicht unfreiwillig / unbedacht – sehr offen gelassen. Denn über dieses Thema ließe sich weit mehr als nur drei DIN A4-Seiten schreiben und zwar fundiert und faktenbasiert. Allerdings mit dem Endergebnis, dass das Amtsgericht sich gezwungen sähe, den Beschluss unverzüglich zurückzunehmen, in den Schredder zu werfen und die letzten Papierfetzen im Hinterhof zu verbrennen, um jede Spur dieses – für einen Rechtsstaat – überaus beschämenden Beschlusses zu vernichten.

Aber das geschieht natürlich nicht. Das Amtsgericht Braunschweig möchte einen Aufsatz mit dieser Themenstellung? Würde es diesen Aufsatz auch dann annehmen, wenn dieser darauf verwiese, dass selbst die WHO von Lockdowns abriet und immer noch abrät? (1) Wenn im Aufsatz erörtert würde, dass zu den Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen die völlige Vereinsamung der Menschen gehört, die sich mehr als signifikant auf die Gesundheit auswirkt – der Mensch ist schließlich ein soziales Wesen – und damit der intendierte Zweck ad absurdum geführt wird? Dass diese Vereinsamung sehr häufig mit sich bringt, womit SARS-CoV-2 die Menschen zu 99 Prozent verschont – nämlich den Tod? Die Suizide steigen im Zuge des Lockdowns enorm an, (2) aber das scheint keine Rolle zu spielen.

Der Sinn und Zweck der Infektionsschutzregeln lässt sich am ehesten dort ablesen, wo diese nicht eingehalten werden, da gar nicht erst existent. So in Schweden. Keine Maskenpflicht, kein Lockdown, stattdessen ein ganz „normales“ öffentliches Leben ohne nennenswerte Einschränkungen. Das Ergebnis: Keine Leichenberge an den Stadtmauern zu Stockholm, kein Verwesungsgeruch in den Straßen von Göteborg und keine überlasteten Krankenhäuser in Malmö. Alles in bester Ordnung, auch wenn in weiten Teilen der etablierten Medien mit Zahlenschummlerei das ganze so dargestellt wird, als hätte Schweden die größten Todeszahlen seit 150 Jahren zu beklagen, was allerdings nur stimmt, wenn man den Bevölkerungszuwachs nicht mit berücksichtigt.

Würde das Amtsgericht einen solchen Aufsatz akzeptieren und entsprechend die Beschlüsse nach der Kenntnisnahme dieser Tatsachen nachjustieren? Es bleibt zu hoffen. Im 150 Kilometer entfernten Weimar hat ein Amtsrichter gezeigt, dass es auch anders geht, als er die Corona-Regeln als verfassungswidrig einstufte. (3)

Wo steuert ein Land hin, in welchem ein Amtsgericht ein 17-jähriges Mädchen zu einem Gesinnungsaufsatz verdonnert und bei Nicht-Einreichung mit einer Haftstrafe droht, weil sie eine nachweislich nutzlos wie schädliche Maske (4) zur falschen Zeit am falschen Ort nicht trug? Ein Land, welches mit Kinderseelen auf diese Art und Weise umgeht, ist moralisch wie kulturell fast ganz unten am Grunde eines Brunnens angelangt.

Quellen:

(1) https://nypost.com/2020/10/11/who-warns-against-covid-19-lockdowns-due-to-economic-damage/

(2) https://www.univadis.de/viewarticle/hoher-anteil-an-suizidversuchen-bei-patienten-mit-covid-assoziierten-psychischen-belastungen-726378?u=g7Nnk16ewgt5nqa43rwVMW9Fh%2Bi9w3Ooqq4pvl0EpcDmBgdYCQO2xt1ZPZlm3FSm&ecd=wnl_spe_200803_uniday_MUDDE_4386644&utm_source=automated&utm_medium=email&utm_campaign=medical%20updates%20-%20daily%202.5%20spes&utm_content=4386644&utm_term=

(3) https://www.focus.de/politik/thueringer-urteil-bringt-regierung-in-erklaerungsnot-corona-hammer-gericht-nennt-lockdown-katastrophale-politische-fehlentscheidung_id_12899284.html

(4) https://kaisertv.de/2020/08/15/maskenpflicht-quellen/

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