Regelwerk für Impfverweigerer: Klinikprofessor fordert Verbote und Strafen

In der aktuellen Folge des Video-Podcasts „19 – die Chefvisite“ sprach sich der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen A. Werner, für die Erarbeitung eines Regel- und Strafwerks für Impfverweigerer aus, ja forderte dies sogar. Der Mediziner beteuerte zwar, dass die Corona-Impfung freiwillig sei, „es müsse aber auch klar sein, dass ein Nein bedeutet, dass etwas wegfällt“ – denkbare Strafen seien zum Beispiel die Untersagung des Besuchs öffentlicher Feste, Sportveranstaltungen bis hin zum Verbot, eine Urlaubsreise zu machen.

Er sagt wörtlich: „das Allererste ist, dass wir dieses Problem erkennen und nicht warten, bis die Unruhe größer wird und sich die Politik wie Getriebene zu einer Entscheidung bringen lässt. Wir müssen uns fragen, was passiert mit diesen ganzen Menschen? Ich nehme an, es sind fünf oder zehn Millionen. Wie geht man mit denen vor beim Einzelhandel, in der Gastronomie, bei den Autoscootern, was ist im Flugverkehr? […] Wollen wir das jetzt fünf Monate diskutieren oder wird man eine klare Entscheidung finden? Es braucht ein Regelwerk!“

Der Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, Albert Ritter, befürwortet ebenfalls einen klaren Verbotskatalog für die Corona-Impfung ablehnende Personen. Im Podcast sprach er von einem drohenden „Verordnungs-Vakuum“, das es zu verhindern gelte: „Wir brauchen klare Regelungen, aufgeschrieben und durch die Parlamente gegangen, wenn Nicht-Geimpfte nicht mehr [auf Volksfeste] dürfen“.

Ein völlig gegensätzlicher Umgang soll, wenn es nach Chefarzt Jochen A. Werner geht, geimpften Personen zuteilwerden: als Belohnung für ihren Einsatz in der Corona-Krise, so Werner, sollten die „doppelt Geimpften aus Pflege-Institutionen, Krankenhäusern, von der Feuerwehr oder von der Polizei“ Eintrittskarten für beispielsweise das DFB-Pokalfinale erhalten, berichtete die Regionalzeitung NRZ.

Quellen:

NRZ (2021): Als Corona-Dank: „Geimpfte zum DFB-Pokalfinale einladen“. 11. 05. 2021. Weblink: https://www.nrz.de/thema/chefvisite/als-corona-dankeschoen-doppelt-geimpfte-zum-dfb-pokalfinale-id232266123.html

Schwäbische Zeitung (2021): Chefvisite – Klinikchef spricht über mögliche Einschränkungen für Impfverweigerer. 14. 05. 2021. Weblink: https://www.schwaebische.de/portale/gesundheit_artikel,-chefvisite-klinikchef-fordert-harte-strafen-fuer-impfverweigerer-_arid,11362922.html.

Bildrechte: Marcel Kusch. DPA, Archivbild.

6 Kommentare

  1. Als die zweiundfünfzig minus ein paar Schauspielerinnen und Schauspieler ihre Videos ins Netz gestellt haben, war ich mir nicht so sicher, ob diese schwarzen Wahrheiten wirklich funktionieren.

    Überwiegend aus zweierlei Gründen, allem voran die tagtäglichen realen Ereignisse: die Wirklichkeit hat in den letzten Monaten die beunruhigende Eigenschaft erlangt, die schwärzeste Wahrheit, die sich ein Drehbuchautor ausdenken könnte, mit Leichtigkeit zu toppen. Diese ‚Vorstellungen für ein Regelwerk‘ gehen genau in diese Richtung: sei ruhig frei in deiner Impfentscheidung, wir sind frei in deiner Betrafung. Strafe ist Freiheit.

    Die unterliegende Schadenfreude, die da unverhohlen und sehr deutsch mitschwingt, hat mir vor zwei Wochen die Freude über die Videos getrübt. Sie ist der zweite Grund für meine Skepsis. Die Schadenfreude eint Befürworter und Gegner der Freiheit gleichermassen: wer sich nicht ans ‚Regelwerk‘ hält, gehört bestraft. Darauf einigen sich … Viele.

    Wie denken diese Menschen, was geht in deren Köpfen vor, wenn ihnen als gangbare und akzeptable Lösung eines Problems nur der Zwang, die Verordnung und die Sanktion einfallen? Vorwärts immer mit brachialer Gewalt, als wäre eine Gesellschaft eine Gartenhecke, die gestutzt und geformt werden muss. Wer nicht passt, wird passend gemacht, wer sich nicht passend machen lässt, kommt auf den Kompost der Geschichte. Keine Zeit, kein Zweifel, kein Gefühl.

    „Der Schoß ist fruchtbar noch … “ ist offenbar nicht korrekt, nie korrekt gewesen: Das Böse wird vor unseren Augen in diesem Augenblick neu gedacht, neu ausgesprochen, neu gefordert. Da gibt es keinen Bezug zum Bösen der Vergangenheit, das Böse in diesen beiden Stellungnahmen ist genuin im Jetzt verankert und nutzt die historische Gelegenheit: Das macht ihnen Spaß. Sie geniessen es.

    Sag „Nein!“

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  2. Zu leben bedeutet, am Leben Anteil zu haben, mit einem Körper, der verkörperte Gemeinschaft verschiedener Lebewesen ist. Zu leben bedeutet nicht, zumindest nicht aus Sicht des Lebens, mit EINEM Körper und anderen Körpern EINEN Staatskörper zu bilden, der sich, als politisch, sozial und wirtschaftlich motivierter Schein EINER Gemeinschaft, vom Leben isoliert, indem gemeinsame Isolation propagiert, aber als Unabhängigkeit vom Leben verstanden wird.

    http://guidovobig.com/2018/03/31/allergisch-gegen-das-leben-kein-problem-dagegen-kann-man-bald-impfen/

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