LMU-Studie zeigt: kein zeitlicher Zusammenhang zwischen Lockdown-Maßnahmen und abfallendem Infektionsgeschehen

Für viele ist es schon lange fraglich, aber es häufen sich auch die Hinweise darauf, dass Lockdowns nicht den erhofften Nutzen bringen könnten. Mittlerweile zeigt zum Beispiel auch eine Analyse der Ludwig-Maximilian Universität München: Die Lockdown-Maßnahmen stehen in keinem zeitlichen Zusammenhang zu einem Rückgang der Infektionen. Auch Schulen, das belegen ihre Daten weiterhin deutlich, tragen kaum zum Infektionsgeschehen bei.


Die Münchner Forscher analysieren fortlaufend Daten zur Corona-Situation. Sie untersuchen unter anderem das aktuelle Ausbruchs- und Infektionsgeschehen in Schulen und an Arbeitsplätzen und bewerten das Epidemiegeschehen anhand der effektiven Reproduktionszahl, können damit also den möglichen Einfluss verschiedener Maßnahmen auf den R-Wert abschätzen. In ihrem „CODAG Bericht Nr. 16“ vom 28.05.2021 legen sie dar: Die einzige Intervention, die überhaupt einen statistischen Zusammenhang zeigt – und damit einen Einfluss hätte haben können – war das Absagen von Großveranstaltungen im März 2020.

Einige der Ergebnisse zu den Lockdown-Maßnahmen im Detail: „Nach einem sehr hohen R-Wert zu Beginn der Pandemie im März 2020, fällt dieser in zeitlicher Nähe mit ersten Maßnahmen zu Kontaktbeschränkungen Ende März stark ab“, beschreiben die Forscher den Verlauf der Pandemie in Deutschland. „Im Sommer erfolgt dann ein erneuter leichter Anstieg, welcher im Herbst deutlich zunimmt und somit die zweite Welle der Pandemie beschreibt. Es erfolgt dann ab November ein Abfall der effektiven Reproduktionszahl auf einen Wert nahe 1, der bis jetzt anhält.“

Besonders interessant dürften wohl folgende Beobachtungen sein: „Man erkennt dabei, dass der R-Wert bereits vor dem ‚Lockdown-Light‘ am 2. November 2020, sowie der ‚Verschärfung‘ am 16. Dezember 2020 sank, was somit auf eine Abschwächung des Infektionsgeschehens bereits vor den ergriffenen Maßnahmen hindeutet.“ Auch der Abfall Mitte April sei schon vor der „Bundesnotbremse“ erkennbar, heißt es in dem Bericht. Die ergriffenen Maßnahmen könnten demnach nicht allein ursächlich für den Rückgang verantwortlich sein, schließen die Forscher. Sie halten zwar durchaus für möglich, dass die Maßnahmen den Verlauf des Infektionsgeschehens positiv beeinflusst haben könnten – aber eben nicht allein.

Außerdem schreiben sie: „Die Zahlen spiegeln erneut die untergeordnete Rolle der Schule am Infektionsgeschehen wider. Diese Ergebnisse können in der aktuellen Diskussion um Impfungen für Schulkinder zur Vermeidung von Infektionen an Schulen helfen und zur Versachlichung beitragen.“ Angesichts dessen, dass auch die STIKO sich bisher nicht zu einer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche durchringen kann, bleibt die Sinnhaftigkeit einer solchen angesichts dieser Ergebnisse einmal mehr fraglich.

Ihr Fazit: „Bei den R-Werten wie sie vom Robert-Koch-Institut täglich bestimmt werden, ergibt sich seit September kein unmittelbarer Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen – weder mit dem Lockdown-Light am 2. November und der Verschärfung am 16. Dezember 2020, noch mit der ‚Bundesnotbremse‘, die Ende April 2021 beschlossen wurde.“ Was aufmerksamen Beobachtern der Zahlen vermutlich schon längst aufgefallen ist, wird hiermit wissenschaftlich untermauert.

Quelle: „CODAG Bericht Nr. 16“, 28. 05. 2021 https://www.covid19.statistik.uni-muenchen.de/pdfs/codag_bericht_16.pdf

Bildrechte: Sven Hoppe, dpa

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