Metastudie: Maskentragen birgt Gesundheitsrisiken

Masken sind eben doch alles andere als nur ein harmloses Stück Stoff. Das Tragen der Bedeckung von Mund und Nase kann vielfältige körperliche Veränderungen und Symptome auslösen. Das berichten deutsche Forscher im „International Journal of Environmental Research and Public Health“*, nachdem sie Ergebnisse aus mehr als 100 Studien ausgewertet haben, die sich mit möglichen negativen Auswirkungen durch das Tragen von Masken beschäftigt hatten. Die Beeinträchtigungen, die oft in Kombination auftreten, reichen von Atemproblemen, Kopfschmerzen und verminderter Konzentrationsfähigkeit über Hautirritationen bis hin zu veränderten Herz-Kreislauf-Parametern – um nur einige der wichtigsten zu nennen. Zusammengenommen bezeichnen die Forscher das Phänomen als „MIES“, was für Masken Induziertes Erschöpfungs-Syndrom steht.

Erstautor Kai Kisielinski, Notfallmediziner und Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, und seine Kollegen hatten medizinische Datenbanken nach bereits dokumentierten unerwünschten Effekten und Risiken von Mund und Nase bedeckenden Masken durchsucht, sowohl von Gesichtsmasken als auch vonmedizinischen Masken und N95-Masken. Aus mehr als 1200 Studien hatten sie insgesamt 109 in ihre Auswertung einbezogen. Die Analyse ergab: „Gemäß der gefundenen Literatur liegen eindeutige, wissenschaftlich erfasste, unerwünschte Effekte des Mund-Nase-Schutzes für den Maskenträger sowohl auf psychischer als auch auf sozialer und körperlicher Ebene vor.“

Neben der Anreicherung von bedenklichen Krankheitserregern – in Form von Bakterien, Pilzen und Viren – auf Innen- wie Außenseiten der Masken nennen Kisielinski und seine Kollegen eine Vielzahl an Gesundheitsrisiken, die ihrer Literaturanalyse zufolge mit dem Tragen von Masken einhergehen können, und zwar statistisch signifikant nachgewiesen. „Wir fanden in Kombination auftretende chemische, physikalische, physiologische Parameter und Beschwerden“,schreiben die Forscher. Darunter sind: erhöhter Atemwiderstand, Anstieg des Kohlendioxids im Blut, Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut, Anstieg von Blutdruck, Herz- und Atemfrequenz, Atemschwierigkeiten und Luftnot, Schnupfen, Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, verminderte Denk- und Konzentrationsfähigkeit, Hautprobleme wie Irritationen, Akne und Juckreiz, verringerte Empathie und Kommunikationsstörungen.

Schon für Gesunde eine Belastung kann das durch die Masken potenziell auslösbare MIES Kranke noch viel stärker beeinträchtigen. Kisielinski und seine Kollegen geben eine Reihe von Erkrankungen an, die ihrer Einschätzung nach die Risiken für die typischen Beschwerden noch erhöhen. Bei Abwägungenzwischen Nutzen und Risiko der Masken sollte dies ihres Erachtens dringend eine Rolle spielen und insbesondere Ärzten bei ihrer Einschätzung für das Ausstellen von Attesten helfen. Zu den genannten Krankheitsbildern gehören unter anderem Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD, aber auch Demenz, starkes Übergewicht, Migräne und Kopfschmerzen sowie psychische Probleme wie Panikstörungen, Klaustrophobie und Schizophrenie. 

Die Forscher halten es darüber hinaus sogar für denkbar, dass die maskeninduzierten Effekte des Blutgas-Sauerstoffabfalls und Kohlendioxid-Anstiegs bis auf die zelluläre Ebene wirken. Dort könnten sie bestehende Krankheitsbilder beeinflussen, etwa Entzündungsprozesse begünstigen oder sogar eine krebsfördernde Wirkung haben.

Die Analysen von Kisielinski und seine Kollegen sind insbesondere deshalb von zentraler Bedeutung, da eindeutige Belege für eine Schutzwirkung der Masken gegen Virusinfektionen fehlen. Bisherige Studien dazu kommen beispielsweise nach einer in der „Cochrane Database of Systematic Reviews“ veröffentlichten Metastudie** allenfalls zu dem Ergebnis, dass es einen geringen bis gar keinen Unterschied für die Verbreitung von Virusinfektionen wie Influenza macht, ob Masken getragen werden oder nicht. Verlässliche Daten für die Virusverbreitung in der Corona-Pandemie sind noch nicht vorhanden, entsprechende Studien aber in Arbeit. Studien, die eine Schutzwirkung nachweisen wollen, haben in der Regel massive methodische Schwächen oder beruhen allein auf Modellrechnungen. Angesichts dieser Unsicherheit ist es noch wichtiger, die nun von Kisielinski und seinen Kollegen ausführlich beschriebenen eindeutigen Risiken, die vom Tragen von Masken ausgehen, viel stärker zu beachten als bisher.

* „Is a Mask That Covers the Mouth and Nose Free from Undesirable Side Effects in Everyday Use and Free of Potential Hazards?“, International Journal of Environmental Research and Public Health, Kai Kisielinski et al.; https://www.mdpi.com/1660-4601/18/8/4344

** „Physical interventions to interrupt or reduce the spread of respiratory viruses“, Tom Jefferson et al.; https://doi.org/10.1002/14651858.CD006207.pub5

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