Kinderärzte impfen Kinder entgegen STIKO-Empfehlung

Obwohl die STIKO es bei gesunden Kindern ausdrücklich nicht empfiehlt, impfen Kinderärzte 12- bis 17-jährige Kinder, wenn die Eltern zustimmen. Das berichtet die Regionalzeitung Schwarzwälder Bote nach einer Stichprobe bei diversen Kinderärzten in der Stadt Rottweil. Die Nachfrage sei zwar überschaubar, man sei aber bereit, entgegen der STIKO-Empfehlung zu handeln – also auch Kinder und Jugendliche ohne Vorerkrankungen wie etwa chronische Herzinsuffizienz zu impfen, die ohnehin extrem selten sind. Für die Impfungen wird zum Teil aktiv geworben.

Als Begründung für ihr Vorgehen entgegen der STIKO geben die Kinderärzte an, dass die STIKO sehr konservativ sei und man in den USA schon ab 12 Jahren impfen dürfe. Mit BioNTech habe es bisher keine Probleme gegeben. Die Kinder seien der für den Präsenzunterricht benötigten Schnelltests müde und würden der Impfung selbst zustimmen. Auch wirkten sich die Schulschließungen fatal auf die psychische und körperliche Gesundheit der Kinder aus. Eine befragte Kinderärztin geht davon aus, dass die Impfung der Kinder und Jugendlichen erneute Schulschließungen verhindern könne. Zudem seien Großeltern unter Umständen von der Ansteckung durch ungeimpfte Enkelkinder bedroht.

„Die Aufgabe von uns Kinderärzten ist es auch, Zweifler mitzunehmen.“

Der Kinderarzt Jens Christian Krause äußert auch große Bedenken wegen der Delta-Variante, die jeden Ungeimpften anstecken werde. „Letztlich wird hier die Frage sein: Bin ich geimpft, oder krieg ich’s?“, sagte er dem Schwarzwälder Boten. Um der Delta-Variante zuvorzukommen, hält er entgegen der STIKO-Empfehlung auch einen Abstand von drei anstelle von sechs Wochen zwischen Erst- und Zweitimpfung für ausreichend. Auch die STIKO-Empfehlung, Stillende nicht zu impfen, hält Krause nicht für zwingend. Hier gebe es viele „Mythen“ auszuräumen und den jungen Müttern wieder gemeinsame Treffen zu ermöglichen. „Die Aufgabe von uns Kinderärzten ist es auch, Zweifler mitzunehmen.“

Andere Ärzte zeigen sich dagegen deutlich besorgter. So äußert sich etwa eine Gruppe von 47 Kärntner Ärztinnen und Ärzten sehr kritisch zur Impfung von Kindern und Jugendlichen ab dem 12. Lebensjahr, wie die „Kleine Zeitung Kaernten“ berichtet. Sie erinnern ausdrücklich daran, dass die mRNA-Impfstoffe nur bedingt zugelassen und zugehörige Studien noch lange nicht abgeschlossen seien. „Mögliche Langzeitfolgen sind noch unbekannt.“ Sie geben zudem zu bedenken, dass die Untersuchungen mit nur wenigen Studienteilnehmern durchgeführt würden, so dass seltene Nebenwirkungen kaum erfasst werden könnten. Kinder und Jugendliche erkranken nur selten schwer an Covid-19, weshalb die Risiken der Impfung in ihren Augen in keiner Relation zum Nutzen stehen. „Wir sprechen uns daher gegen eine generelle Empfehlung der Impfung für Kinder und Jugendliche aus.“

Quellen:

https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.corona-impfung-fuer-kinder-was-sagen-kinderaerzte-in-rottweil-zur-geltenden-empfehlung.819c0d0b-4de5-408b-a4ea-bcf0869c6e6d.html

https://www.pressreader.com/austria/kleine-zeitung-kaernten/20210704/282003265411244

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