Von Masken und Menschen

Ein Gastbeitrag von Sandra Wölfel

Die Maskenpflicht war und ist ein riesiges Thema für mich. Oft haben mich Freunde und Bekannte gefragt, warum das alles so schlimm für mich ist und dass ich mir selbst das Leben schwer mache. Ich müsse einen Weg finden, entspannter damit umzugehen. Ja, ich habe die Maskenpflicht zu einem riesigen Thema gemacht. Aus dem Grund, weil sie ein riesiges Thema ist. Ich könnte ein Buch darüber schreiben. Aber als Anfang nur ein „kleiner“ Aufsatz. Für die, die es interessiert. 

Ich brauche keine Studien, die mir beweisen, dass Masken schädlich sind.  

Und ich brauche keine Studien, die mir weismachen wollen, dass Masken funktionieren. 

Ich habe zwei Dinge, die ich benutze, die den meisten Leuten auch zur Verfügung stehen sollten. Das eine ist mein gesunder Menschenverstand. Das zweite sind meine Augen. 

Ist es so schwer, in der Kombination von beiden ein paar Schlüsse zu ziehen? 

Ich fange mal an mit der ersten Beobachtung: Die Art und Weise wie diese Dinger hier von einem Großteil benutzt werden. Ein beliebter Aufbewahrungsort ist die Hosentasche, auch hängt man sich die Maske gern an den Arm. Im Auto befindet sie sich häufig am Spiegel baumelnd (ein geringer Prozentsatz trägt die Maske sogar während des Fahrens). Aus diversen (und mir sehr verständlichen) Gründen wird die Maske oft mehrfach verwendet, teilweise sogar über Wochen hinweg. Ich denke hauptsächlich aus Bequemlichkeit und auch wegen finanzieller Aspekte. Ein paar Menschen machen sich vielleicht auch Gedanken um die Müllberge, die die Masken verursachen. Wie auch immer. Ein richtiger und hygienisch einwandfreier Gebrauch findet in den wenigsten Fällen statt. Wie denn auch. Es ist ja unterwegs kaum machbar, die Maske so zu benutzen, dass sie in einem einigermaßen akzeptablen Zustand wäre. Zudem wird die Maske oft hoch- und wieder runtergezogen (um etwas zu essen oder zu trinken zum Beispiel), hängt längere Zeit am Kinn, wird immer wieder angefasst…Seien wir ehrlich. Die meisten Masken sind Keimschleudern und Brutstätten für Pilze. Man möchte lieber nicht wissen, was sich da alles so drunter tummelt und was wir wieder einatmen, während wir versuchen, ausreichend Luft zu bekommen. 

Es fällt mir sehr schwer, zu begreifen, dass es immer noch Menschen gibt, die die Masken für effektiv halten und sich damit sicher fühlen. Ich muss leider nicht nur an deren gesundem Menschenverstand zweifeln. 

Als wesentlich dramatischer empfinde ich aber die psychologischen Aspekte der Maske. 

Da ist zum einen der Mangel an Mimik und Kommunikation über Gesichtsausdrücke. Wir haben immer noch archaische Prägungen in uns und schnelle unbewusste Reaktionen, die unserem Nervensystem signalisieren, ob das Gegenüber vertrauenswürdig ist oder nicht. Menschen mit  Masken wirken unter Anderem bedrohlich, was beim Gegenüber eine Stressreaktion auslösen kann. Auch Straftäter tragen oft Masken, um ihr Gesicht zu verbergen. Zum Anderen trug die Pflicht zum Tragen der Maske wesentlich zur Aufrechterhaltung des Narrativs bei, es läge eine schlimme Gesundheitskrise vor. Und dass andere Menschen eine Bedrohung darstellen, einfach nur dadurch dass sie ausatmen. Hier wurden gleich zwei Ängste geschürt: die Angst, sich anzustecken, wenn man jemandem zu nah kommt. Und als zweites die Angst, einen Mitmenschen anzustecken und womöglich verantwortlich für eine Erkrankung von diesem zu sein (im schlimmsten Fall sogar für dessen Tod). Es fällt mir sichtlich schwer, hier im Sprachgebrauch nicht ausfällig zu werden, aber ich möchte mich auch klar ausdrücken: die Verantwortlichen dieser Maßnahme haben das mit einkalkuliert, was ich nur als bösartig werten kann. 

Die Maskenpflicht wurde hier in Deutschland, besonders in Bayern, wo sogar FFP2 Masken, die eigentlich für den Arbeitsschutz gedacht sind, verwendet werden müssen, mit einer unglaublichen Härte durchgesetzt. Bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen. Alle  Anfragen von Journalisten, Bedenken, Hinweise auf neue Studien, Warnungen von Ärzten, Krankenhaushygienefachkräften, Gutachtern,  Arbeitsschutzexperten etc. wurden weitgehend ignoriert und die Bevölkerung weiterhin gnadenlos zum Tragen der Maske „verdonnert“. Selbst diejenigen, die an der Schutzwirkung und Effektivität zweifeln, sind eingeschüchtert, wollen keine Geldstrafe riskieren und auch nicht auffallen. Die Maske übt nämlich einen starken sozialen und moralischen Druck aus. Das weiß jeder, der schon einmal ohne Maske versucht hat, einkaufen zu gehen oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. Es gleicht einem Spießrutenlaufen. Die Maske hat eine Symbolwirkung, es zeigt die Zugehörigkeit zu einer sektenartigen Gruppe. Wer sie nicht trägt, gehört nicht dazu, er gehört vielmehr geächtet. In Blockwartmentalität wird so versucht, die Ausreißer auf den Pfad der Tugend zurück zu bringen; wenn es sein muss, mit Gewalt. 

Ironischerweise haben sich viele Menschen gerade durch die Maskenpflicht demaskiert und ihren wahren Charakter gezeigt. Ohne Interesse, welche Gründe es für jemanden gibt, keine Maske zu tragen, ohne Rücksicht oder Mitgefühl. Wer sich anfangs noch traute, „oben ohne“ zu gehen, musste bald  Angst vor seinen Mitmenschen haben, gab nicht selten irgendwann auf und trug dann voller Scham doch die Maske, um Ruhe zu haben. Ich gehöre zu dieser Kategorie, was mich wirklich ärgert und ob der fehlenden Konsequenz für innere Konflikte sorgt. Obwohl ich weiß, wie absurd es eigentlich ist, beteilige ich mich, aus Angst vor Konfrontation, an diesem Mummenschanz. 

Interessanterweise gibt es auch die Kategorie Mensch, die gerne die Maske trägt. Ich saß vor ein paar Monaten eine geschlagene Stunde einer Psychologin gegenüber (wir beide trugen diesen Kaffeefilter, es war eine gefühlte Ewigkeit). Und diese erzählte mir, dass sie Patienten hat, die erleichtert sind, dass sie nicht mehr ihr (wahres) Gesicht zeigen müssen. Sie fühlen sich wohl damit, sich hinter der Maske verstecken zu können. Das ist einerseits verständlich. Denn wir leben in einer Welt der Falschheit. Ja, das falsch sein wird sogar gesellschaftlich unterstützt. Denn es ist uns nur allzu vertraut und Vertrautes wollen wir nun mal ungern aufgeben. Wenn jemand echt und authentisch  ist, wirkt es irritierend auf Andere. Jemand tanzt aus der Reihe. Erinnert einen vielleicht daran, dass man selbst mühselig eine Fassade aufgebaut hat und versucht, diese aufrecht zu erhalten. Das falsche Selbst wird vorgezogen, weil man sich gar nicht mehr anders kennt.

Der Charakter Gordon Deitrich sagt im Film: „V wie Vendetta“ sehr treffend: „Du trägst so lange eine Maske, dass du vergisst, wer du darunter bist.“

Menschen tragen nicht erst seit der Maskenpflicht Masken. Aber gerade durch die Masken haben sie weite Teile ihrer Persönlichkeit offenbart. 

An guten Tagen kann ich mit Abstand in die Beobachter-  oder besser noch Zeugenposition gehen. Das Ganze als soziologische und psychologische Massenstudie betrachten. Ich kann erstaunt und auch amüsiert das Verhalten meiner Mitmenschen beobachten, und im Geiste meine Schlüsse ziehen. An schlechten Tagen ist es kaum aushaltbar, mich packt das Entsetzen über das was ich wahrnehme und ich frage mich, wie und wo es enden wird.

3 Kommentare

  1. Ich habe diese Diskussion schon oft geführt, mit Menschen, die meinen, dass die Masken „doch niemandem wehtun“.
    Meistens haben diese ihre Schlupflöcher, wo sie der Tragepflicht entgehen können, und sind deshalb gar nicht so schwer betroffen. Komischerweise sind sie dann nicht froh über diese (teils „ergaunerte“) Freiheit, und würden diese für die Allgemeinheit einfordern, sondern befürworten (!) die Pflicht für alle anderen.

    Der Schaden von Masken leuchtet so auch nicht jedem ein, obwohl jegliche Kommunikation massiv gestört ist. Das fängt schon mit dem akustischen Effekt an. So oft muss mehrfach nachgefragt werden, und man muss stets betont laut und deutlich sprechen, was spontanen und ungezwungenen Austausch erschwert. Noch gravierender ist die Einschränkung der Mimik. Nicht umsonst hat der bekannte große Versandhändler einen nach oben gebogenen Pfeil zum Logo erwählt: schon in rudimentär angedeuteter Form löst ein Lächeln beim Betrachter ein Wohlgefühl aus.
    Wenn irgendwo ein Augenpaar ohne Mund abgebildet ist, ist das eindeutig ein ganz anderes Signal: nämlich „du stehst unter Beobachtung!“

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  2. Liebe Sandra, du sprichst mir aus der Seele!
    Diese Masken sind mein Albtraum.
    Es erinnert mich an Folter und Horrorfilm. Ich denke einerseits auch, daß ich mich da hineisteigere, dann sehe ich das Ganze als so absolut absurd an, daß ich meine Reaktion als vollkommen richtig und natürlich ansehe.
    Als das mit den Masken anfing, ich war zu der Zeit auf Lanzarote, Sonne, Wind, niemand war am husten, habe ich gedacht das will doch niemand und keiner macht das mit. Da habe ich mich aber mal echt getäuscht!
    Dann kam die MaskenPflicht draußen (auf Lanzarote, Sonne und Wind) und ich dachte, das macht doch keiner mit. Schon wieder getäuscht! Wir sind dann zurück nach Deutschland, vor einem Jahr. Seitdem leben wir sehr abgeschieden und ich vermeide diesen MaskenMist konsequent.
    Es macht mich krank.
    Danke für deinen Beitrag
    Sabine

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