Kann man Moral lernen? – Georg Lind im Gespräch

Demokratie setzt voraus, dass wir Konflikte auf der Basis gemeinsamer moralischer Prinzipien durchdenken und miteinander diskutieren, sagt Pädagogikprofessor Dr. Georg Lind. Wenn das in einer Gesellschaft nicht möglich ist, ist in ihr auch keine Demokratie möglich. Dann muss es Systeme geben, die für die Menschen entscheiden – bis hin zu einer Diktatur. Dann bräuchten wir eigentlich eine Regierung mittels Elite, die versuchen muss, mit Strafe und Belohnung den Schein der Demokratie und rechtlichen Ordnung aufrechtzuerhalten. Precht hätte recht.

Aber wie kann man messen, ob die Menschen für eine Demokratie moralisch gesehen reif genug sind? Mit der Konstanzer Methode der Dilemma-Diskussion (KMDD) ist es Georg Lind gelungen, die Moralfähigkeit auf einer Skala zu messen. Im Gespräch mit mir berichtet er mir über seine erschreckenden Ergebnisse: Weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland erreichen demnach einen Wert, der eine eigenständige moralische Beurteilung zuließe. Bei einem solchen Zustand der moralischen Kompetenz, ist es gar verwunderlich, so Lind, dass wir überhaupt eine Demokratie haben.

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