Studie: Corona-Genesene haben stabilere Immunantwort als Geimpfte

Die natürliche Abwehr nach einem durchgemachten Infekt gilt in den meisten Fällen als deutlich stabiler als die durch eine Impfung hervorgerufene Abwehr. Daher ist es wohl kaum eine Überraschung, dass sich dies auch bei Corona abzeichnet. So zeigt zumindest eine auf dem Preprint Server „medRxiv“ veröffentlichte israelische Studie: Bei Geimpften geht die Immunantwort in Form von Antikörpern deutlich schneller zurück als bei jenen, die die Infektion hinter sich haben.

Es handelt sich bei dieser Studie bisher allerdings lediglich um eine sogenannte Preprint-Veröffentlichung. Das bedeutet, der sogenannte Review durch andere Fachkollegen ist noch nicht abgeschlossen. In diesem Prozess könnten diese noch gravierende Mängel in der Studie beanstanden. Auf dem Preprint Server medRxiv können Forscher dennoch ihre vollständigen, aber noch unveröffentlichten Manuskripte publizieren.

Ariel Israel vom Leumit Health Services, Israel, und Kollegen hatten die Immunantwort von 2.652 Geimpften mit der von 4.361 Genesenen verglichen, genauer gesagt die sogenannten SARS-CoV-2-IgG-Antikörper-Titer. Ihr Ergebnis: Bei mit dem Pfizer-BioNTech mRNA-Impfstoff Geimpften verändert sich die Menge dieser Antikörper mit einer anderen Dynamik als bei denjenigen, die die Infektion durchgemacht haben. Denn unmittelbar nach der Impfung ist der Antikörper-Titer zwar deutlich höher als gleich nach einer Infektion. Dafür sinkt er aber auch viel schneller wieder ab. Während der Titer der Geimpften jeden Monat um 40 Prozent sinkt, verringert er sich bei Genesenen lediglich um 5 Prozent pro Monat. Das führt dazu, dass der Titer bei 16,1 Prozent der Geimpften nach 6 Monaten unter einen kritischen Schwellenwert gefallen ist. Unter Genesenen dagegen ist dies sogar nach 9 Monaten bei nur 10,8 Prozent der Fall. Die Impfung hat damit längst nicht das Potenzial, so nachhaltig zu immunisieren wie eine durchgemachte Infektion – zumindest was die Immunantwort über IgG-Antikörper betrifft. In seiner Gänze ist das Immunsystem natürlich deutlich komplexer.

Das sollte Zweifel aufkommen lassen an der momentanen Praxis, Genesene lediglich ein halbes Jahr lang den Geimpften gleichzustellen. Denn geht man davon aus, dass die gemessene Dynamik stabil bleibt, haben Genesene selbst nach 24 Monaten noch einen mehr als doppelt so hohen Antikörper-Level wie Geimpfte nach 7 Monaten. Der Titer der Genesenen liegt selbst nach dieser langen Zeit sogar noch bei etwa dem Doppelten des kritischen Schwellenwerts. Welche weiteren Schlüsse sich aus diesen Ergebnissen nun ziehen lassen, ist allerdings Ansichtssache. Während Skeptiker der Corona-Impfung sich vermutlich bestätigt sehen, dass natürliche Immunität überlegen ist, könnten Befürworter der Impfung die Ergebnisse als Argument für Booster-Impfungen einordnen, um die Immunantwort wiederholt ordentlich zu stimulieren.

Ganz so unkompliziert ist das alles jedoch nicht. Denn es ist noch lange nicht sicher, wie sicher die neuartigen Impfstoffe sind, vor allem nicht bei wiederholter Verabreichung. Schon bei der bisherigen Form der Impfung werden durchaus erhebliche Nebenwirkungen verzeichnet. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Nebenwirkungsprofil nach Booster-Impfungen verschlechtert. Außerdem sind Menschen unter 60 von einer sehr schweren Corona-Infektion nach wie vor nur selten betroffen. So beträgt die Zahl der hospitalisierten COVID-19-Fälle gesamt, in den Kalenderwochen 30 bis 33, in dieser Altersgruppe deutschlandweit 2.762, davon 225 auf Intensivstationen (Quelle RKI Wochenbericht 26.8.21). Der Anteil an Impfdurchbrüchen, also Fällen trotz vollständiger Impfung, wird dabei auf 6,1 beziehungsweise 4 Prozent geschätzt. Das ist nicht viel, aber ein eindeutiger Beweis, dass die Impfung eben keinen absoluten Schutz gewährt.

Auch wenn harte Zahlen beim Management der Corona-Pandemie eine eher untergeordnete Rolle zu spielen scheinen: Wägt man nun weiter ab, dass 2762 Unter-60-Jährige in vier Wochen nicht einmal 0,005 Prozent dieser Altersgruppe ausmachen, es trifft also 5 aus 100.000, dürfte diese Tatsache die Bereitschaft für Impfungen oder sogar Booster-Impfungen bei vielen intuitiv doch eher verringern. Denn Nebenwirkungen bleiben schwer einschätzbar – die Wahrscheinlichkeit, ungeimpft schwer zu erkranken, dagegen eher gering.

Noch komplizierter wird es bei Senioren und Hochbetagten mit Vorerkrankungen, also der zentralen Risikogruppe. Denn deren Immunsystem reagiert mitunter nicht mehr so gut oder gar nicht auf die Stimulation durch eine Impfung. An der Stelle wird die Abwägung der Verhältnismäßigkeiten von Risiko und Nutzen durch die Impfung noch schwieriger – und zu welchem Ergebnis man kommt, sollte jedem absolut frei selbst überlassen bleiben.

Quellen:

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.08.19.21262111v1.full-text

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Wochenbericht/Wochenbericht_2021-08-26.pdf?__blob=publicationFile

4 Kommentare

  1. lieber Gunnar, bitte gib zwischen den Artikel mehr als Minuten, eher mehrere Stunden, die Überflutung in Kürze hält nicht wirklich Raum für Aufnahme, und die ist doch entscheidend wichtig und wünschenswert….

    🦊ige Grüsse Angelie

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  2. Zahlen ,Prognosen Geimpfte oder wieder genesene ,was ist denn mit den Menschen welche Kerngesund sind und alle noch über ihre Körpereigene Immun Abwehr verfügen ?? Diese werden wie Aussätzige im Alltagsleben behandelt
    Ich habe in meinen weit über 70 Jahre die Saarsgrippe, Schweinegrippe und alle Erkältungen sowie
    alle „Wellen“ und ohne Tests oder Impfungen überlebt und ohne Maskerade .Meine Blutwerte sind laut Arzt und Laborberichte hervorragend gut und bestätigen mir eine hervorragende Gesundheit und Immunität.
    Das ist mitunter einer der Hauptgründe ,dass ich diese ganzen unausgegorenen Zinnober
    als Versuch einer Labor Testratte konsequent ablehne. Wobei es noch wesentlich mehr Gründe gäbe
    diese Machenschaften und willkürlichen Gänge Leien sowie Anordnungen Folge zu leisten.

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  3. Und vermutlich haben die Genesenen nicht nur eine anhaltende sondern auch noch eine sterile Immunität…😉
    Sicher, ich spekuliere mit diesem Gedanken, aber phänomenologisch wäre es zu erwarten. Das haben viele andere Wildinfektionen beim Menschen unter Beweis gestellt.

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