Der deutsche Untertan – Josef Kraus im Gespräch

Ist der Deutsche ein ewiger Untertan, der es bequem findet, unmündig zu sein, wie Immanuel Kant einmal gesagt hat? Mit dem ehemaligen Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus habe ich über sein neues Buch „Der deutsche Untertan“ gesprochen. Er betrachtet den Wandel Deutschlands von einer Demokratie zur Demokratur, die Abwertung Andersdenkender, die Anbiederung der Politik an einfache Weltbilder, den Verlust eines antitotalitären Grundkonsenses, die zunehmende Toleranz gegenüber Intoleranz und identifiziert die diversen „Ismen“ und quasi-religiösen Anti-Bewegungen als Faktoren, die die deutsche Mentalität heute prägen. Die Folgen seien ein deutscher „Auto-Rassismus“und eine „Vollkasko-Bemutterung“ durch den Staat und die Medien. Letztendlich schleust uns all dies in politisch korrekte Meinungskorridore und führt zur Enteignung der Sprache und des Denkens.

3 Kommentare

  1. wir linken intellektuellen sollten nicht ihren frust auf die „DEUTSCHEN“projizieren;der HEUTIGE UNTERTAN ist PR PROGRAM u analysiert besser weiter herrschaftsmechanisten llg

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  2. Zitate dieses Gespräches, die mir wichtig scheinen:

    J. Kraus
    Es fehlen mir diejenigen in der der Politik und diejenigen in den Medien, die da einfach reinleuchten; man könnte alles wissen, im Zuge der neuen Medien…wenn man gebildet ist und viel weiss, dann man gut googeln, und dann findet man schon die Quellen, wo man sich sein eigenes Urteil bilden kann.

    G. Kaiser
    Es braucht die Plattformen, es braucht diese Denkfabriken, die dann auch den Hintergrund bilden können dass sich ein neuer oder alter Typus von Intellektuellen von Medienschaffenden auch ausbilden [kann] und [die] eine gewisse Reichweite hat…

    G. Kaiser
    Wo anfangen, einen Kurs einzuschlagen, der nicht in den Abgrund führt?

    J. Kraus
    Bei den Medien! und die Hoffnung auf ein Aufwachen ehemals bürgerlicher Parteien, Neubildungen in der Parteienlandschaft.

    ***

    Dieses Gespräch ist es allemal wert angehört zu werden. Der „messerscharfe“ Analysierer Gunnar Kaiser trifft auf einen exzellenten Kenner der deutschen Kultur- und Bildungslandschaft, der viele persönliche Beziehungen zu grossen Stiftungen zu haben scheint und auch als Schreiber in diversen Medien zu Hause war.

    Ich hatte aber den Eindruck, dass die Einschätzung, wie wir aus der „Nummer“ herauskommen können, an der „Sache“ vorbeigeht. Das Gespräch ist irgendwann stecken geblieben, es fehlte eine entscheidende Wendung und Steigerung:

    Wenn der Deutsche – und nicht nur der Deutsche- ein bequemer Untertan zu sein scheint (wenngleich es auch nicht auf alle Deutschen zutreffen wird), wenn es doch so bequem scheint, unmündig zu sein, kann man diesen Problemen mit äusserlichen Umgestaltungen sicher nicht beikommen. Wie soll sich denn die Medienlandschaft ändern und warum sollte sie sich das? Wer ist der Träger dieser 4. Gewalt? Warum sollte eine Plattform und Denkfabrik als Hintergrund zur Bildung eines neuen Typus von Medienschaffendem und Intellektuellem fungieren wollen?

    Mir fehlt entschieden das Thema, das ansteht: Was ist Bewusstsein? Wie wird Bewusstseinsbildung gefördert als Bewusstsein freier, selbsttätiger sich selbst gestaltender Menschen? Wo entsteht im Ganzen eines Sozialen Organismus Bewusstsein? Ein Bewusstsein, das mit Metablick stets auch das Ganze bedenken will- das überhaupt (richtig) denken will, offen bleibt und nicht nicht ohne weiteres korrumpierbar ist.

    Es braucht eine tiefere Auseinandersetzung mit Bewusstseinsfragen, die auch den Narzissmus, wie ihn H.J. Maaz immer wieder benennt und den Egoismus als „Durchgangsstation“ zur geistigen Freiheit des Menschen mitbedenkt.

    Es ist die Frage nach Geist und dessen Verhältnis zur Seele, die sich materiell auf dem Erdenplan einleben muss.

    Es ist schlussendlich die Frage nach unserem Menschenbild und nicht die Frage nach Institutionen, Plattformen usw., die sich doch erst in zweiter Linie aus der vier genannten entwickeln müssen.

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