DAK-Umfrage: Corona-Angst in der Bevölkerung sinkt deutlich

„Die Corona-Pandemie ist scheinbar für viele Menschen so alltäglich geworden, dass die Sorge vor einer Infektion sinkt. Das ist bemerkenswert und alarmierend“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Ist es das wirklich?

Die Deutschen haben gar nicht mehr so viel Angst vor Covid-19. Das geht zumindest aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Während 2020 noch 37 Prozent der Deutschen Angst vor einer Corona-Erkrankung hatten, sind es aktuell nur noch 20 Prozent – also beinahe halb so viele. Mit ihrer Umfrage „Angst vor Krankheiten“ erhebt die Krankenkasse regelmäßig ein Stimmungsbild der Deutschen. In der aktuellen repräsentativen Bevölkerungsbefragung durch die Forsa wurden zwischen dem 4. und 25. Oktober insgesamt 2.007 Frauen und Männer ab 14 Jahren befragt.

„Besonders auffällig in der aktuellen DAK-Umfrage ist der Rückgang des Angst-Empfindens mit Blick auf eine potenzielle Covid-19-Erkrankung“, berichtet die DAK in ihrer Pressemitteilung. Mit 30 Prozent besonders groß sei die Sorge demnach in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen. Bei den Menschen ab 30 Jahren sinke der Wert jedoch auf 17 Prozent. Deutliche Unterschiede ergaben sich auch beim Bildungsgrad. So fürchteten sich 29 Prozent der Befragten mit Hauptschulabschluss vor dem Corona-Virus, aber nur 17 Prozent der Frauen und Männer mit Abitur oder abgeschlossenem Studium.

Wo ist die Angst vor der vierten Welle und den Ungeimpften?

Alles in allem legen diese Zahlen nahe: Eine Panik vor einer grassierenden Pandemie würde vermutlich anders aussehen. Wie passt dieses Ergebnis dann in das verstörende und Angst schürende Bild, das grade von den Medien immer penetranter aufgebaut wird, in das Bild des unsolidarischen, unverantwortlichen Ungeimpften, vor dem es dringend gilt, Angst zu haben? Wenn die Angst vor Corona so deutlich gesunken ist, ja sich im vergangenen Jahr beinahe halbiert hat, warum sollte eigentlich überhaupt jemand Angst vor Ungeimpften haben, wenn doch die Krankheit selbst gar nicht mehr als große Bedrohung wahrgenommen wird? Zumal die Umfrage auch ergab, dass sich die Deutschen selbst in Zeiten der Corona-Pandemie grundsätzlich gesund fühlen. Mit 88 Prozent bewertet die deutliche Mehrheit ihren Gesundheitszustand als gut (52 Prozent) oder sogar sehr gut (36 Prozent).

Natürlich kann man dieses Ergebnis nicht einfach so stehen lassen. Nicht angesichts dessen, dass die Angst vor der Krankheit doch dringend gebraucht wird, um auch noch den Letzten in die ach so schützenden Arme der Impfung zu treiben, und um die Ungeimpften weiterhin als Sündenbock dafür hinstellen zu können, dass selbige nun wohl doch nicht so gut schützt wie gehofft. So warnt die DAK in ihrer Pressemeldung auch prompt vor einem „Nachlassen im Umgang mit Hygienemaßnahmen“ und scheut auch nicht davor zurück, die sinkende Angst mit einem alarmistisch anmutenden Zitat gleich wieder zu befeuern.

Bitte haben Sie Angst!

„Wir stehen mitten in der vierten Welle und die Inzidenzen steigen. Gerade jetzt geht die Angst vor einer Covid-19-Erkrankung zurück. Die Corona-Pandemie ist scheinbar für viele Menschen so alltäglich geworden, dass die Sorge vor einer Infektion sinkt. Das ist bemerkenswert und alarmierend“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. „Wir dürfen das Corona-Virus nicht unterschätzen. Denn genau jetzt sind neben dem Impfen die bekannten Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Abstandsregeln wichtig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorüber. Wir müssen auch weiterhin alle Hygieneregeln gewissenhaft einhalten, um uns alle zu schützen und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden.“

Da ist sie wieder, die Ur-Angst vor der Überlastung des Gesundheitssystems. Die brauchen wir auch! Dringend! Kann ja nicht sein, dass man seine Angst vergisst oder das Abstandhalten oder die Maske oder am Ende gar erwägt, nicht zur Booster-Impfung zu gehen!

5 Kommentare

  1. Stefan Homburg: Mittels anonymisierter Telefondaten kann man unsere Mobilität messen. Im März 2020 lag sie 40% unter dem Wert aus 2019, im letzten Januar 30%.
    Jetzt, da zum 3. Mal die Mär der Kliniküberlastung „in 2-3 Wochen“ erzählt wird, ist die Mobilität höher, die Angst also weg!

    Der als „Angstbarometer“ taugende Mobilitätsindex ist ein von BMG und RKI gefördertes Projekt. Sie können die Daten hier täglich abrufen:
    https://www.covid-19-mobility.org/mobility-monitor/

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  2. Bitte haben sie Angst – das ist der Wunsch der Oligarchie. Nun erwarte ich nicht, dass die Oligarchie klein beigibt wenn sich das Volk Richtung Entspannung bewegt. Im Gegenteil. >> Die jetzige Massenpsychose und ein Weg hinaus https://kinesiologiewordpress.wordpress.com/2021/11/18/die-jetzige-massenpsychose-und-ein-weg-hinaus/ Insbesondere interessiert mich die praktische Umsetzung des Weges hinaus aus der Massenpsychose.

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