Angst und die Führung aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit

Hermann Hesse beschrieb Angst einst wie folgt: „Wenn ich all die Gefühle und ihren qualvollen Widerstreit auf ein Grundgefühl zurückführen und mit einem einzigen Namen bezeichnen sollte, so wüsste ich kein anderes Wort als: Angst. Angst war es, Angst und Unsicherheit, was ich in allen jenen Stunden des gestörten Kinderglücks empfand: Angst vor Strafe, Angst vor dem eigenen Gewissen, Angst vor Regungen meiner Seele, die ich als verboten und verbrecherisch empfand.“

Die Krise offenbart eine verängstigte und stark verunsicherte Gesellschaft. Angst lähmt und macht den Menschen unfähig, ein Leben voller Lust, Freude und Lebendigkeit zu führen. Aus dieser Angst gilt es, sich zu befreien, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen zu können. Sind wir als Gesellschaft dazu im Stande, diesen Mut aufzubringen, oder ist es bereits zu spät?

Ein Beitrag von Isabel Danger aus „Wie konnte es nur so weit kommen?“, dem von mir herausgegebenen Sammelband meines Essaywettbewerbs. Den kompletten Essayband könnt ihr hier erwerben: https://sodenkamplenz.de/produkt/wie-konnte-es-nur-so-weit-kommen/

Sprecherin: Pia

Ein Kommentar

  1. Lieber Gunnar Kaiser

    Mit den Sätzen „Angst lähmt und macht den Menschen unfähig, ein Leben voller Lust, Freude und Lebendigkeit zu führen. Aus dieser Angst gilt es, sich zu befreien, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben führen zu können…“ zeigen Sie auch eine Qualität der Angst: Man muss zuerst Angst haben, sie als solche erkennen um dann den Willen zu entwickeln, sich aus ihr zu befreien. Selbstbefreiung ist im Grunde die andere Seite der Medaille der Selbstbestimmung, sich aus seiner Angst/seinen Ängsten zu befreien ein Akt der Freiheit. Etwas in mir erwacht das es mir ermöglicht zu mir selbst zu kommen, angetriggert durch Angst. Ängste sind aus dieser Sicht (ausgenommen jene, die uns zerstören) Entwicklungsmotoren. Angst haben wir, solange wir in der Schwere des materiellen Seins verstrickt bleiben. Wenn wir uns aber geistig und spirituell emporheben, bleiben wir zwar materielle Wesen entwickeln aber unsere geistige „Natur“ und können somit über dem Materiellen, d.h. der Lenkung durch Ängste aller Art stehen. Die gegenwärtige (Corona-)Situation wird dann fruchtbar, wenn wir sie auf diese Weise betrachten, wenn wir dem Weg einer selbst gelenkten spirituellen Entwicklung folgen. Dazu fordert uns -nicht nur- Corona auf.

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