Elon Musk, falscher Prophet?

Ein Beitrag von Fabio Traina

Elon Musk ist eine Person, die man nur lieben oder hassen kann. Der reichste Mensch der Welt, CEO von Tesla, SpaceX, Neuralink und The Boring Company, fällt auf Twitter öfter durch provokante und auch kritische Tweets auf. Er hat es sogar gewagt, die Corona-Maßnahmen zu kritisieren. So bevorzugte er beispielsweise im Oktober 2020 noch den schwedischen Weg, der in den Medien von Anfang an mit äußerster Skepsis betrachtet wurde (1). Auch die Macht, die sich Regierungen mittlerweile angeeignet haben, sieht Musk kritisch und äußert dies in seinen Memes (2).

Zuletzt hat sein Versuch, die Social-Media-Plattform Twitter zu übernehmen, für einen großen Aufschrei in den Medien gesorgt. Es hieß, die Demokratie sei in Gefahr, wenn man einem einzelnen Mann die Macht über die wohl größte Plattform für politischen Diskurs lässt (3). In der Tat ist es bedenklich, wenn ein einzelner Mann in Besitz derart vieler Nutzerdaten ist. Allerdings ist dies bei Facebook auch nicht anders. Man fragt sich zudem, wo der Aufschrei der Medien beim Zensus 2022 bleibt, oder bei der Einführung der Staatstrojaner, die aus datenschutzrechtlicher Sicht ebenfalls äußerst bedenklich ist.

Es ist offensichtlich, dass mit Elon Musk wieder ein Feindbild geschaffen wird, da er dem politisch korrekten Zeitgeist wohl nicht immer zu entsprechen scheint. Denn nach eigenen Aussagen will er Twitter von Grund auf verändern: Er möchte „eine inklusive Arena für freie Rede“ gestalten und den Algorithmus als Open-Source zur Verfügung stellen, sodass hinter verschlossenen Türen keine Manipulation des Algorithmus mehr stattfinden kann (4). Kurz gesagt: Musk will die aktuelle Zensurwelle auf Twitter stoppen.
Wie er selber in einem Tweet schreibt:


„Damit Twitter das Vertrauen der Öffentlichkeit verdient, muss es politisch neutral sein, was bedeutet, dass es die extreme Rechte und die extreme Linke gleichermaßen verärgern muss (For Twitter to deserve public trust, it must be politically neutral, which effectively means upsetting the far right and the far left equally) (9).“

Diese Aussage beschreibt einen großen Teil von Musks politischer Einstellung. Vor allem den der freien Rede für alle. Dies ist auch der Grund, weshalb eine Gruppe von 26 Organisationen einen Brief an verschiedene Unternehmen gesendet hat, in dem vor der Twitter-Übernahme Musks gewarnt wurde. Viele dieser Organisationen werden nun von Personen geleitet, die einst für Hillary Clinton und Barack Obama arbeiteten. Einige andere werden großzügig von George Soros‘ Open-Society-Foundation und auch von einigen europäischen Regierungen finanziert. Man sieht also, dass eine Verbindung zur politischen Elite besteht. Dies geht aus einem Artikel von MailOnline hervor, den Musk selbst auch auf Twitter veröffentlichte (5).

Gibt es da etwa einen Kampf innerhalb der Elite? Elon Musk im Namen der Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit gegen die dunklen Mächte dieser Welt? Es würde unseren durch Hollywoodfilme geschulten Augen nur zu sehr entsprechen, wenn es so einfach wäre, aber das ist es mit Sicherheit nicht. Man kann Musk zugestehen, dass er nicht zu den klassischen Unternehmern gehört, die aus Profitgier der „political correctness“ nachgeben. So tweetet er über solche Persönlichkeiten selbst Memes (6) und im politischen Spektrum ordnet er sich Mitte-Rechts ein (7), auch wenn er dies nicht seinen ursprünglichen Vorstellungen zuschreibt, sondern eher dem immer mehr nach links abdrifteten politischen Zeitgeist.


Doch wie sieht es mit seiner Vorstellung für die Zukunft der Menschheit aus? Diese verfolgt er hauptsächlich durch seine Unternehmungen. So träumt er in erster Linie davon, dass sich die Menschen in Zukunft nur noch durch erneuerbare Energien fortbewegen. Diesen Traum möchte er durch Tesla und das von Tesla übernommene Unternehmen SolarCity verwirklichen – eine Unternehmung, die natürlich auch von der erzwungenen Energiewende profitieren wird.


Außerdem stellt er sich die Menschheit als eine multiplanetare Spezies vor. Das ist auch der Grund für die Gründung von SpaceX. Doch warum eine neue Zivilisation auf dem Mars errichten? Diese Frage hat er sich auch selbst gestellt und seine Antwort lautet: „Das Ende der menschlichen Zivilisation könnte durch äußere Umstände herbeigeführt werden, z. B. durch einen gigantischen Meteor oder Supervulkane oder extremen Klimawandel oder den Dritten Weltkrieg, oder durch einen beliebigen anderen Grund („Human civilisation could come to an end for external reasons, like a giant meteor or super volcanoes or extreme climate change or World War 3, or you know, any one of a number of reasons“)“. Weiter sagt er, dass es ihm im Zuge dessen darum ginge, das errungene zivilisatorische Bewusstsein der Menschheit so zu erhalten (12).


Vor allem auf sein Projekt Neuralink ist hier jedoch ein kritischeres Auge zu werfen. Laut Musk ist dessen Anwendung ist vorerst nur therapeutischer Natur. So erzählt er im Interview mit Joe Rogan, dass man durch Neuralink Gehirnschäden heilen könnte und sogar verloren gegangenes Augenlicht oder Gehör wiederherstellen könnte (8). Man ersetzt lediglich einen Zoll des Schädels mit dem Neuralink-Gerät. Eine vollständige KI-Symbiose wäre optional, sagt er.
Es ist fragwürdig, warum Musk ein solches Projekt verfolgt, ist er doch selbst einer der wenigen, die von der Gefahr künstlicher Intelligenz ausdrücklich warnen (10). Andererseits ist er der Meinung, dass wir durch unsere digitalen Endgeräte uns sowieso schon zu einem gewissen Grad zu Cyborgs entwickelt haben, da wir durch sie auch immer und überall mit allen – und allem – verbunden sind. Neuralink wäre eine Weiterentwicklung, denn es würde uns erlauben, Erinnerungen auf die gleiche Art zu speichern, wie wir Videos und Fotos aufnehmen. In den nächsten 5-10 Jahren sollen wir dank der Neuralink-Technik sogar sprachlos kommunizieren können:


„Sie werden nur noch Daten hin- und herschicken, es wird nicht mehr gesprochen ( You will only send data back and forward to each other, there will be no more speaking) (8).“

Diese radikalen Gedanken lassen erahnen, dass Neuralink mehr ist als nur ein therapeutisches Projekt. Zweifel an den hehren Absichten Musks schleichen sich ein. Was hat er damit vor? Hier stehen zweifellose transhumanistische Ideen Pate. Ist das Ziel eine Art Übermensch, der mit der KI in Symbiose lebt und andere Planeten besiedelt? Und wäre ein solches Leben „like in the Matrix“, wie Musk sagt, mit Werten des Humanismus wie Selbstbestimmung und Menschenwürde vereinbar?


Und wie sieht es mit Musks eigenen Wertvorstellungen aus? Freiheit ist für ihn ein wichtiges Ideal, denn auch von Staat und Regierungen hält er nicht allzu viel („The government is simply the biggest corporation, with the monopoly on violence.“ (11)


Man merkt, dass er sich intensiv mit libertärer Philosophie auseinandergesetzt hat. Denn seinen Aussagen zufolge möchte er die Menschheit wohl befreien. Wir sollen durch erneuerbare Energien unendliche Energieressourcen an Energie bekommen, dadurch autarker werden und irgendwann tatsächlich nicht mal mehr an die Erde gebunden sein müssen, um auf dem Mars ein völlig autarkes Leben führen zu können.


Es bleibt allerdings fraglich, ob Neuralink wirklich mit seiner Idee von Freiheit vereinbar ist oder ob es den Menschen in die geistige Versklavung führen wird. Diese Frage kann erst dann beantwortet werden, wenn der Chip wirklich zum Einsatz kommt. So wäre es zwar möglich, dass der Mensch tatsächlich über sich hinaus wachsen könnte. Warum sollte man diesen Fortschritt ablehnen?
Die Kehrseite wäre allerdings, dass man die Menschen mit der Neuralink-Technik durchaus fremdsteuern könnte. An dieser Stelle muss man sich fragen, ob wir diesen Fortschritt überhaupt brauchen? Muss der Mensch so weit über sich hinaus wachsen, um sich selbst zu befreien?
Wenn man Musks Äußerungen ernst nimmt, muss man konstatieren, dass seine politischen Ziele durchaus löblich sind – Bösartigkeit will ich ihm nicht unterstellen. Allerdings bleiben seine Technologien fragwürdig, da ihre Entwicklung und die Dynamik ihres Einsatzes sich gegen Musks Aussagen und freiheitlichen Werte wenden können und große Gefahren bergen. Letztendlich bleibt aber Fakt, dass Musk keinen zur Nutzung seiner Technologie zwingt und somit die Entscheidung immer bei uns bleibt.

Quellen:

1 https://twitter.com/elonmusk/status/1315052624748535808?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1315052624748535808%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Ffee.org%2Farticles%2Felon-musk-on-lockdowns-sweden-was-right%2F

2 https://twitter.com/elonmusk/status/1486850549928579075 (government critics)

3 https://www.businessinsider.de/wirtschaft/elon-musks-twitter-plaene-unvereinbar-mit-der-demokratie/

4 https://www.youtube.com/watch?v=cdZZpaB2kDM

5 https://www.dailymail.co.uk/news/article-10780583/George-Soros-Clinton-Obama-staffers-European-governments-anti-Musk-campaign.html

6 https://twitter.com/elonmusk/status/1503276966874595330/photo/1

7 https://twitter.com/elonmusk/status/1519735033950470144/photo/1

8 https://www.youtube.com/watch?v=Gqdo57uky4o

9 https://twitter.com/elonmusk/status/1519415674111672325

10 https://www.youtube.com/watch?v=Zdy6m3pvdNE

11 https://www.youtube.com/watch?v=-_wvTa8aiu8

12 https://www.youtube.com/watch?v=YRvf00NooN8

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für diese doch recht detailierte Darstellung der Person Elon Musk! – Ich hege auch wesentlich mehr Zweifel am Edelmut seiner Aussagen und vermute nicht so Gutes hinsichtlich der wirklichen Ziele, die dieser Herr haben könnte. Warum sollten alle diese Satelliten im Weltall sein? Wenn man sich alleine schon mit dem Themenkomplex 5G – „Corona“ – Graphenoxid beschäftigt und was eine Organisation wie „La Quinta Columna“ (siehe Interview mit Biostatistiker Ricardo Delgado Martin, http://www.kla.tv/Coronavirus) darüber herausgefunden hat, und man weiss, dass es im angelsächsischen Raum (gemeint ist eine bestimmte Mentalität, nicht die Angelsachsen als individuelle Menschen) seit dem 19. Jh. bis heute Persönlichkeiten gibt, die Eugenik betreiben, die Menschheit dezimieren und „reparieren“ wollen – Namen wie Julian Huxley der Erfinder des Wortes Transhumanismus und Gründer der UNESCO, Hilbert, Russel, die Round-Table Gruppe von Kriegstreibern uvw.), die das bis heute verfolgen und in deren Tradition Herr Musk steht, kommen Zweifel an edlen Absichten dieses Herren auf. Was mit „Corona“ offen zu Tage trat, war seit 150 Jahren Programm, Ziel. Die Kritik an den Massnahmen vom Herrn Musk könnten ja auch gespielt sein, um Glauben zu machen, er stünde der Sache gegenüber auf Distanz. Lüge, Täuschung Betrug und Irrsinn sind heute nicht selten in einer Persönlichkeit vereint. Manchmal habe ich den Eindruck, dass dies Menschen wirklich „vom Teufel geritten“ werden und wie unter Drogen handeln und reden…Hinter all dem Wahnsinn steht -für mich ist es offensichtlich- die Absicht, den Menschen komplett materialistisch zu halten, ihn davon abzuhalten, spirituelle Ziele zu verfolgen, sich der geistigen Welt wieder neu zu nähren und die Kultur auf dieser Basis umzugestalten. Daher auch die Angriffe auf die Anthroposophie und Rudolf Steiner und auf alle Bestrebungen, die in dieser Richtung gehen. – Es gibt Kräfte, die seit dem 19. Jh. ein Programm verfolgen, bei dem es darum geht, 1. durch gewisse Techniken Macht anzusammeln und zu manipulieren und den Lebenskomplex 2. Krankheit-Gesundheit-Tode-Geburt zu kontrollieren und damit den Menschen komplett in der Hand zu haben. Das funktioniert dann nicht mehr, wenn es durchschaut wird. Dazu ein Zitat von Rudolf Steiner, einem der wichtigsten Impulsgeber für die gute und gesunde Entwicklung der Menschheit: „Nun, man kann auf Schritt und Tritt heute sehen: Wenn man zu den Menschen, die noch nicht irgendwelche Begriffe von Anthroposophie (Anmerkung: „Geisteswissenschaft“ als neutralerer Begriff) aufgenommen haben, redet von konkreten Beziehungen des Menschen zur geistigen Welt, dann wollen sie auf solche Dinge nicht eingehen. Sie haben eine Scheu, darauf einzugehen. Sie wollen nicht den Mut fassen, ihre Gedanken zu verbinden mit irgendwelchen Impulsen, von denen als aus der geistigen Welt kommend, gesprochen wird. In Zeiten von Krisen war etwas Ähnliches immer vorhanden, und wir leben in einer Zeit der Krise. Mit außerordentlich schmerzlichen Empfindungen muß man sehen, wie unaufmerksam eigentlich die gegenwärtige Menschheit gegenüber den so deutlich, so eindringlich sprechenden Ereignissen, tragischen Ereignissen der Gegenwart ist (Anmerkung: Damals der 1.WK, heute Corona, Klima, Ukraine usw.), wie wenig die Menschen darauf eingehen, anders als unter dem Zwange, der dann vom Materiellen kommt, auf diese Ereignisse der Gegenwart die nötige Aufmerksamkeit zu richten. Man möchte sagen, herangebändigt muß der einzelne Mensch erst werden, um aufmerksam darauf zu werden, daß dasjenige, was in unseren Jahren vorgeht, überall tief einschneidende Menschheitsimpulse vor die Menschenseele hinstellt. Und daher kommt es ja, daß die Menschen gar nicht hinhorchten, wenn irgendwie sich geltend machte das Urteil: daß Wichtiges, Einschneidendes von Menschen der Gegenwart gedacht, vorgenommen werden muß, um gewissermaßen aus der Misere der Gegenwart herauszukommen, und daß dasjenige, was gedacht, was vorgenommen werden muß, herausgeboren sein muß aus geistigen Erkenntnissen, aus konkreten geistigen Erkenntnissen. Mit dem immerwährenden Betonen des Geistigen im allgemeinen, mit dem Herumreden davon, daß die Menschen sich geistig vertiefen sollen und so weiter, damit kommt man nicht aus. Um was es sich handelt, das ist, daß die Menschen in der Gegenwart konkrete Beziehungen zur geistigen Welt gewinnen müssen.“

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