Von Reichen lernen [Rainer Zitelmann im Gespräch 3]

Im letzten Teil des Interviews mit Dr. Dr. Rainer Zitelmann geht es um das Scheitern, das Gefühl der Selbstwirksamkeit, den Optimismus, das (Sich-)Verkaufen können und Marketing und die Frage, ob sich Qualität von alleine durchsetzt.

 

Rainer Zitelmanns Bücher kaufen *:

„Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung: Eine Zeitreise durch 5 Kontinente“ https://amzn.to/2zb9ZLv

„Psychologie der Superreichen: Das verborgene Wissen der Vermögenselite“ https://amzn.to/2QNau5e

„Wenn Du nicht mehr brennst, starte neu!: Mein Leben als Historiker, Journalist und Investor“ https://amzn.to/2zaVLdw

„Reich werden und bleiben: Ihr Wegweiser zur finanziellen Freiheit“ https://amzn.to/2PWpZdD

 

Die Organisation der Gesellschaft – Wie Menschen in Frieden und Wohlstand zusammen leben können

– Was sind die Hauptübel unserer heutigen Welt und worin bestehen ihre Ursachen?
– Wie entsteht Wohlstand?
– Wodurch entsteht (die extreme) Ungleichverteilung?
– Muss es Verteilungsgerechtigkeit geben?
– Mit welchen Mitteln können wir Armut und Hunger beenden, und die Menschen in Wohlstand und Frieden zusammenleben lassen?
– Brauchen wir ein anderes Denken?

Lars Hartmann und Andreas Tiedtke diskutieren.

Haben oder Sein – Ist Erich Fromms Kapitalismuskritik noch aktuell?

Höher, schneller, weiter, wir wollen immer mehr: mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Wachstum – aber woran liegt das? Sind wir von Natur aus egoistisch, gierig, neidisch und selbstsüchtig? Oder will das System es so? Und was passiert mit uns, wenn wir uns darauf einlassen, in diesem Hamsterrad immer weiterzumachen? Burnout, Depressionen, Entfremdung? Aber – vielleicht gibt es einen Ausweg.

Diese Fragen beantwortet Erich Fromm in einem seiner bekanntesten Werke, „Haben oder Sein“.

Wonder woMan (33).jpg

Die Angstmacher – 1968 und die Neuen Rechten [PODCAST]

https://html5-player.libsyn.com/embed/episode/id/6121417/height/360/width/640/theme/standard/autonext/no/thumbnail/yes/autoplay/no/preload/no/no_addthis/no/direction/backward/

 

Thomas Wagner: Die Angstmacher. 1968 und die Neuen Rechten.

 

51ITV8USDBL._SX289_BO1,204,203,200_Mit dem Aufkommen der AfD droht die Neue Rechte breite bürgerliche Schichten zu erfassen. Wer sind ihre Ideengeber, und worin haben sie ihre Wurzeln? Thomas Wagner stellt erstmalig heraus, wie wichtig „1968“ für das rechte Lager war, weil es einen Bruch in der Geschichte des radikalrechten politischen Spektrums markiert, der bis heute nachwirkt. Das zeigen unter anderem die Gespräche, die Wagner mit den Protagonisten und Beobachtern der Szene geführt hat, darunter Götz Kubitschek, Ellen Kositza, Martin Sellner, der inzwischen verstorbene Henning Eichberg, Alain de Benoist, Falk Richter und Frank Böckelmann. Wagners Buch liefert eine Übersicht über die Kräfte und Strömungen der Neuen Rechten und ihre Ursprünge.

(aus dem Klappentext)

Buch kaufen: http://amzn.to/2l65AVo(Affiliate Link)

Die männliche Herrschaft – Rezension zu Pierre Bourdieu

http://amzn.to/2gySjn0
Pierre Bourdieu: Die männliche Herrschaft

Jede geschichtliche Herrschaft findet irgendwann einmal ihr Ende. Erstaunlich langlebig scheint dagegen die Herrschaft des Mannes über die Frau, so langlebig und unabhängig von allen sozialen Veränderungen, dass sie ahistorisch erscheint, gleichsam natürlich, biologisch. Und noch mehr: Die Gewalt, in der sich das Herrschaftsverhältnis Tag für Tag manifestiert, wird als solche nicht nur kaum bemerkt, sondern von den Beteiligten unterstützt und dadurch reproduziert. Gründe hierfür erörtert der Soziologe Pierre Bourdieu in seinem 1998 erschienenen Spätwerk „Die männliche Herrschaft“. Implizit vorausgesetzt ist hier die Annahme, dass die Permanenz der männlichen Vormachtstellung konstruiert ist – nicht also biologisch sinnvoll oder gar notwendig. Wie viel Einsicht in diese Überlegung versteckt sich doch selbst in der Forderung des alten Briest: „Weiber weiblich, Männer männlich.“ – vermittelt sie doch indirekt, dass es auch anders gehen könnte.

Bourdieu versteht Herrschaft im Weber’schen Sinne: „daß ein bekundeter Wille (,Befehl‘) des oder der ,Herrschenden‘ das Handeln anderer (des oder der ,Beherrschten‘) beeinflussen will und tatsächlich in der Art beeinflußt, daß dies Handeln, in einem sozial relevanten Grade, so abläuft, als ob die Beherrschten den Inhalt des Befehls, um seiner selbst willen, zur Maxime ihres Handelns gemacht hätten.“ (Max Weber: „Wirtschaft und Gesellschaft“) Dass die Herrschenden für ihre Befehle bei den Beherrschten Gehorsam finden, begründet folglich überhaupt erst ihre Herrschaft.

Um aber Herrschaftsstrukturen erkennen zu können, müssen Erkenntnismittel zur Verfügung stehen, die sich aus anderen Kategorien speisen als aus denen, die von diesen Herrschaftsstrukturen produziert wurden. „Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt“, heißt es bei Sigmund Freud – wer androzentrisch denkt, also in Einteilungsprinzipien, die dem Natürlichen gleichsam abgelauscht scheinen, kann nicht die Willkür erkennen, die hinter Zuordnungen wie „träumerisch“ gleich „weiblich“ oder „zupackend“ gleich „männlich“ wirkt.

pierre-bourdieu
Pierre Bourdieu

Die Methoden, mit denen erreicht wird, dass die Beherrschten ihre Herrschaft annehmen und unterstützen, grenzen an Magie – und es ist eine Magie der Verinnerlichung: Die Bewertungs- und Wahrnehmungsschemata sind uns unbewusst, so dass sie unsere Erkenntnis erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen. Institutionen wie Schule, Kirche und Staat sind derart verfasst, dass sie die Muster der Erkenntnis verstärken und stets aufs Neue in ihren Untergebenen produzieren. Diese Schemata aufzudecken hat sich Bourdieu in seiner Schrift zur Aufgabe gemacht. Bewusst werden soll, dass die von unserem Erkenntnisapparat vorgenommene Dichotomie der Dinge und Aktivitäten wiederum willkürlich ist. Dass wir den Sphären männlich/weiblich homologe Gegensätze zuordnen wie hoch/tief, oben/unten, rechts/links, hart/weich, will uns zwar objektiv notwendig erscheinen, ist aber doch „nur“ ein konventionelles Spiel von Metaphern, die alles andere als von der Natur vorgegeben sind. Sinn und Ziel dieser nicht nur sprachlich sich niederschlagenden Einteilung ist nach Bourdieu die Rechtfertigung von Herrschaft: „Die soziale Ordnung funktioniert wie eine gigantische symbolische Maschine zur Ratifizierung der männlichen Herrschaft, auf der sie gründet.“ Die sprachliche Seite ist gleichsam Ausdruck und Bewahrer einer solchen Struktur, die sich im Leben der Menschen äußerst handfest offenbart, ihnen den Bereich ihrer Möglichkeiten vorschreibt, sie zugleich ausrichtet und einschränkt auf die soziale Rolle, die sie gemäß der Ordnung einzunehmen haben.

Bourdieu geht hier vor allem auf die geschlechtliche Arbeitsteilung ein, nicht nur im Beruf, sondern auch im Haus. Wer welche Tätigkeiten verrichtet, sei nicht seinen oder ihren jeweiligen Fähigkeiten geschuldet, sondern den körperlichen Geschlechtsmerkmalen, die er oder sie aufweist. Somit diene der rein biologische Unterschied zwischen den Geschlechtern (sexes) als quasi natürliche Rechtfertigung eines konstruierten Unterschieds im Sinne des Begriffs genre. Gemeinhin spricht man der genetischen Ausstattung, die sich in Anatomie, Seelenleben und Sozialverhalten eines Menschen zeige, die Hauptursache dafür zu, dass „Männer männlich“ und „Weiber weiblich“ sind (und sein sollen), also vernünftig, stark, äußerlich, aktiv beziehungsweise sensibel, schwach, innerlich, passiv. Bourdieu aber spricht dieser Dichotomie den Status einer gesellschaftlichen Konstruktion zu, die ihre Kategorien wiederum aus Denkweisen generiert, die wiederum in den verschiedenartigen sozialen Status wurzeln, der Mann und Frau jeweils traditionell zugewiesen werden. Ein Teufelskreis der Verschleierung und somit der Reproduktion von Herrschaft.

Bourdieu nutzt seine Erfahrungen über die ethnologischen Strukturen bei den algerischen Kabylen als Folie für seine soziologische Analyse, allerdings nicht stringent und dadurch in ihrer Erhellungskraft vermindert. Gleichwohl muss es einer ehrgeizigen Zivilisationskritik zur Bestätigung gereichen, dass die Strukturen nordafrikanischer Berbervölker für einen erkenntnisfördernden Vergleich mit modernen westlichen Gesellschaften herhalten können. Bestechend sind Bourdieus Analysen über die sichtbare und die unsichtbare Gewalt, die sich den Körpern nicht nur der Beherrschten, sondern auch der Herrschenden, einschreiben – wie viel Gewalt liegt doch in der Fähigkeit der Gesellschaft, ihren Akteurinnen und Akteuren körperliche Haltungen vorzuschreiben oder zu untersagen. Bourdieu nennt auch die praktischen Prinzipien, in denen sich die Struktur der geschlechtlichen Teilung im Arbeitsleben zeige: Frauen fänden ihr Betätigungsfeld in einer Erweiterung des häuslichen Bereichs (Krankenhaus, Schule); ihre Arbeit sei untergeordnet und habe Hilfscharakter; der Mann habe das Monopol auf den Umgang mit Maschinen und Technik.

Heute, fünfzehn Jahre nach ihrem ersten Erscheinen, sind Bourdieus Erkenntnisse, wenn nicht veraltet, so auf seltsame Weise unspektakulär, scheinen sich doch die analysierten Strukturen in einigen Bereichen westlicher Kulturen langsam zu verändern. So zutreffend für die weitaus meisten Gesellschaften der Erde seine Beobachtungen auch heute noch sein mögen, so verblasst in ihrer Originalität wirken sie auf die deutschsprachigen gender-sensiblen Leserinnen und Leser. Das mag auch daran liegen, dass die Erkenntnisse in „Die männliche Herrschaft“ sich vorwiegend auf das Heimatland ihres Verfassers beziehen, das kenntnisreiche Beobachterinnen und Beobachter noch immer als paternalistischer und patriarchaler strukturiert beurteilen als das heutige Deutschland. Wie anachronistisch mögen Bourdieus Beobachtungen erst dem skandinavischen Auge erscheinen?

Gleichwohl herrscht auch hierzulande und heutzutage die Ansicht vor, die Einteilung der Gesellschaft und ihrer Akteurinnen und Akteure sei nicht nur biologisch motiviert, sondern gewissermaßen determiniert. Dass eine Frau sich nach der Geburt um das Kind kümmere, sei eben von der Evolution vorgesehen – da sie eine engere Verbindung zu dem Kind aufbauen könne, von Natur her sensibler sei und es in ihrem Wesen verankert sei, sich um andere zu kümmern. Wie befreiend die Einsicht sein kann, dass auch evolutionär begründet anmutende Strukturen durchaus sozial konstruiert und kontrolliert sein könnten, somit also willkürlich wären, lässt die Lektüre von Bourdieus Traktat erahnen. Welch ungeahnten Möglichkeiten könnten einer Gesellschaft, könnten sowohl Herrschenden und als auch Beherrschten aus einer Befreiung vom Gehorsam erwachsen?

 

Zuerst veröffentlicht 2013 auf literaturkritik.de: http://literaturkritik.de/id/17820

Psychologie der Massen – von Gustave Le Bon [Kaiser’s Klassiker]

Über Manipulation und Propaganda, Massenhypnose und Populismus – Ideen aus dem Buch „Psychologie der Massen“ von Gustave Le Bon.

 

Amazon Affiliate Links:
Gustave Le Bon: „Psychologie der Massen“
http://amzn.to/2jsFp56

Sigmund Freud: „Massenpsychologie und Ich-Analyse“
http://amzn.to/2kfBAo8

Wilhelm Reich: „Massenpsychologie des Faschismus“
http://amzn.to/2jEPXBt

 

Harald Welzer: Täter. Wie ganz normale Menschen zu Massenmördern werden.

Sind Mörder kranke Menschen? Waren die Täter des Nationalsozialismus pervers und unnormal? Oder könnten wir uns heute auch zu Verbrechern verwandeln, wenn die passenden Umstände gegeben wären?
Harald Welzer beantwortet in seinem Buch „Täter. Wie ganz normale Menschen zu Massenmördern werden“ die Frage, was passieren muss, um eine Gesellschaft so zu verändern, dass Mord in ihr nicht mehr als unmoralisch, sondern sogar als Gebot gilt. Über Wir- und Sie-Gruppen, über Deklassierung und Nobilitierung und die Frage, wie wir der Versuchung, Mitläufer zu sein, entkommen können …

Affiliate Link zum Buch: http://amzn.to/2jPFjZy