Anarchokapitalisten sind die schlechtesten Kapitalisten

Kürzlich habe ich ein Video mit ein paar ausschreitungsartigen Eindrücken vom Black Friday gemacht und mit einem kleinen kapitalismuskritischen Text von Erich Fromm unterlegt – nach 15 Stunden wurde es bereits über 10000 mal angesehen. Mit Abstand mein erfolgreichstes Video bisher.   Fromm konstatiert darin einen Unbehagen an der bürgerlichen Gesellschaft, die den Menschen krank mache und der Liebe entfremde. Dieser fliehe dadurch in Arbeitswut und Kaufrausch.   Die (marxistische) Kritik am Kapitalismus hat eine so große Nachfrage, dass man mit ihr superprima Videos, Memes, Schilder, Artikel oder Bücher an den stressgeplagten Mann und die Frau bringen kann. Unser „Unbehagen“ in … Anarchokapitalisten sind die schlechtesten Kapitalisten weiterlesen

Die Rolle der Intellektuellen in der Gesellschaft [VORTRAG]

Einer der Gründe, warum das Feuilleton mehrheitlich hillary-phil zu sein scheint: Donald Trump ist DER Anti-Intellektuelle. Sein Businessman-Habitus, seine auf Achtklässler zugeschnittene Sprechweise, sein Stolz auf so weltlich-phallische Statussymbole, seine ganze ungeistige Existenz als erfolgreicher Unternehmer verkörpern all das, was Intellektuelle gemeinhin hassen – aus Neid? Oder gar aus Projektion? Was aber, wenn die persönliche Abneigung gegen Figuren wie Trump die intellektuelle Öffentlichkeit blind macht für das größere Übel? In meinem Vortrag geht es um die gegenwärtige Rolle der Intellektuellen. Ich beleuchte die Geschichte des Begriffs „Intellektueller“ zwischen Ehrentitel und Schimpfwort und ihre angestammte Funktion als „Priester des status quo“. … Die Rolle der Intellektuellen in der Gesellschaft [VORTRAG] weiterlesen

Ich habe einen Traum

Ich träume von einem vollbesetzten Bundestag (wohl nur bei Abstimmung über Diäten-Erhöhung möglich). Plötzlich erhebt sich einer der Abgeordneten, allen anderen als aufrechtes Mannsbild bekannt, und tritt ans Mikrofon. Lange schaut er schweigend ins Hohe Haus, bis gespannte Stille eingetreten ist. Dann sagt er: „Meine Damen und Herren: Ich bin ein glühender Anhänger des demokratischen Rechtsstaats; ich bekenne mich zur freiheitlichen, individualistischen und christlichen Kultur, Tradition und Zivilisation des Abendlandes und der freien westlichen Welt. Und genau aus diesem ernsten Grund sage ich allen hier versammelten Volksvertretern, allen Parteien, Politikern und Regierungsmitgliedern: Ich brauche Eure Subventionen und Transferzahlungen nicht; ich … Ich habe einen Traum weiterlesen