Die Wahrheit über „Der Schacht“ | The Platform NETFLIX 2020

  „Der Schacht“ (El Hoyo; The Platform) ist ein Science-Fiction-Film des spanischen Regisseurs Galder Gaztelu-Urrutia, der ab März 2020 auf Netflix läuft. Er spielt in einem vertikalen Gefängnis, in dem auf 333 Ebenen jeweils zwei Insassen sich eine Zelle teilen, in deren Mitte ein Loch ist, durch das von der Gefängnisverwaltung das Essen für die Gefangenen auf einer herabsinkenden Plattform transportiert wird, sodass die tiefer gelegenen Gefangenen nur abbekommen, was die höher gelegenen Gefangenen übrig lassen. Das Essen beinhaltet alles, was sich jeder einzelne Insasse wünscht, es gibt also für alle genug. Nach jedem Monat wachen die Insassen dann auf … Die Wahrheit über „Der Schacht“ | The Platform NETFLIX 2020 weiterlesen

„Die geliebten Schwestern“ von Dominik Graf

Dieser Film ist ein Zwitterwesen. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Zu ambitioniert für ein B-Movie, zu naiv für ernstzunehmendes Autorenkino. Man kann Regisseur Dominik Graf, mehrfacher Grimme-Preisträger, momentan nicht gut kritisieren, und wenn man es tut, sieht es nach Querulantentum aus Prinzip aus. Und tatsächlich braucht es nach „Fack ju, Göhte“ anscheinend nur ein das deutsche Bildungserbe nicht mit Füßen tretendes Werk, um es als Segen für das Publikumbezeichnen zu können. Aber Grafs neuester Film, eine Art freischwebendes Biopic über Friedrich Schiller und seine Beziehung zu den beiden Schwestern von Lengefeld, deren jüngere er ehelicht, während er mit der älteren eine … „Die geliebten Schwestern“ von Dominik Graf weiterlesen

Die Utopie des dionysischen Lebens – „Hangover“ (I und II)

Der Reiz von „Hangover“ besteht neben aller Absurdität der Witze und Situationen vor allem darin, dass der Film mit der Suche seiner Helden nach Abenteuer in Las Vegas einen aufschlussreichen Blick auf unsere Wertungen und Haltungen gegenüber Kultur, Zivilisation und Gesellschaft eröffnet. Das Wesen all dieses Zivilisatorischen, wie es dem Bereich des Natürlichen ideell entgegengesetzt ist, offenbart sich in „Hangover“ in den kleinen Lebensausschnitten aus Hochzeitsvorbereitungen, Familienleben, Beziehungszwist, der Öde der Arbeitsverhältnisse – es ist das der Normalität und Konventionalität, zu der nur Alans Anomalien einen spannungsreichen Gegensatz bilden. In diese Verhältnisse finden sich die Protagonisten von Beginn an eingebunden, … Die Utopie des dionysischen Lebens – „Hangover“ (I und II) weiterlesen

Und James Bond weinte – Skyfall

Immer schon war klar, dass dieser Bond ein Problem haben muss. Bond, der Bindungsunfähige. Bond, der frauenfeindliche Dinosaurier.  Bond, der Autoritätsverweigerer. Der Todesverachtende. Der  Draufgänger mit dem narzisstischen Glauben, er würde immer leben. Psychologische Betrachtungen zum Film „Skyfall“ Und dass dieses … Und James Bond weinte – Skyfall weiterlesen