Meine 10 besten Videos 2018

Im Jahr 2018 ist KaiserTV auf über 10.000 Abonnenten und 200 Patreon-Supporter angewachsen. Insgesamt wurden über sieben Millionen Minuten meiner Videos gesehen. Vielen Dank euch allen für die Unterstützung, den Zuspruch und die guten Ideen!

Hier nun die Top 10 der meist abgerufenen Videos, die in diesem Jahr auf KaiserTV erschienen sind:

 

10. Die deutsche Flagge

Auf Sardinien gedreht, wo man die sardische Flagge, die bandera sarda, häufig sieht. Ein paar Wochen zuvor war ich auf dem Hambacher Schloss und habe mich ein wenig mit den politischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts beschäftigt. Und dann kam Eva Schulz‘ Video darüber, dass sie die deutsche Flagge irgendwie für anrüchig hält …

9. Die Philosophie des Jordan B. Peterson

Der Held des Intellectual Dark Web, jetzt auch auf deutsch. Ich fasse seine wichtigsten Ideen zusammen und ordne sie wertend ein. Das Video ist so lang geworden, dass ich es ursprünglich in 3 verschiedenen Teilen gesendet habe. Von Hierarchie bis Hummer ….

8. Jenseits von Gut und Böse

Im Herbst begann meine Beschäftigung mit Moral und moralischen Argumenten. Wie setzen wir unser moralisches Empfinden und unsere Rhetorik so ein, dass wir den Gegner ins unmoralische Aus katapultieren? Schon bei Moritz Neumeiers Beschwörung der „guten, menschlichen Seite“ (siehe unten) ist mir das aufgefallen. Godfather ist natürlich Nietzsches  Klassiker der Philosophie und der Ethik, Jenseits von Gut und Böse.

7. John Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit

Ein weiterer Klassiker der Philosophie, diesmal auf die politische Theorie bezogen. Wie müssen wir uns eine faire und gerechte Gesellschaft vorstellen? Ursprünglich für meine Schüler*innen des Grundkurses Philosophie gedreht …

6. Feminismus und Anarchie

Vor 2 Jahren hat mir ein Unterstützer und Freund eine kleine Schrift von 1979 zugeschickt, die dann einige Zeit im Regal verstaubte. Dann nahm ich sie zur Hand und fand, dass die Verbindung von Anarchismus und modernem Feminismus doch sehr reizvoll ist.

5. Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Aktueller denn je: Sir Karl Raimund Poppers Theorie der offenen Gesellschaft. Eine Antwort auf die Gräuel der Naziherrschaft. Heute in Verruch geraten durch George Soros „Open Society“? Oder schon von Anfang an angelegt als sozialistische Propaganda? Was ist dran am Klassiker der Sozialphilosophie?

4. Die Krise der Männer

Männerthemen gehen immer gut auf Youtube. Vielleicht ist es eine Domäne des Rückzugs und der Selbstbesinnung geworden. MGTOW, Jordan B. Peterson und Anti-SJW-Themen hallen dort von den Wänden des virtuellen Man Cave wider. Ich habe versucht, bei der Betrachtung der Lage des modernen Mannes versöhnliche Töne anzuschlagen. Eine Referenz geht an C. G. Jungs Theorie des puer aeternus.

3. Gesinnungsethik

Eine Fortsetzung meiner Auseinandersetzung mit moralischem Argumentieren. Max Weber, Jonathan Haidt, Moritz Neumeier, Anton Hofreiter, der Gutmensch, das NPC-Meme … sie alle sind meine Leitsterne beim Nachdenken darüber, warum wir so unterschiedlich moralisch empfinden und argumentieren.

2. Jordan B. Peterson: 12 Lebensregeln

Jordan B. Petersons Lebenshilfe-Ratgeber ist mittlerweile (sehr schlecht) ins Deutsche übersetzt. Diese kurze Darstellung seiner 12 rules for life bezieht sich auf die englische Ausgabe.

1. Ist Moritz Neumeier der Auserwählte?

In Cornwall gedreht. Wie mein allererfolgreichstes Video beschäftigt sich der Spitzenreiter 2018 mit Moritz Neumeier und seiner Argumentationsweise. Getriggert hat mich vor allem seine Aussage, er gehöre zur guten Seite, zur Seite der Menschlichkeit, während die anderen zum Team Unmenschlichkeit gehören. Im Interview mit mir, das 2019 erscheint, hat er diese Ansicht noch einmal differenziert.

Der junge Marx oder Was man sieht und was man nicht sieht

Eine kurze Kritik

Wer ist der Hauptdarsteller dieses Films? August Diehl, weil er den Titelhelden spielt? Stefan Konarske, weil er den sympathischeren Engels verkörpert? Vicky Krieps, weil sie der Misere der Frau um 1848 ein Gesicht gibt? Oder doch Peter Benedict, weil er als Engels‘ ausbeuterischer Kapitalistenvater den diabolischen Antagonisten verkörpert, der den Kampf für die Arbeiterklasse erst anstößt? Oder ist gar gleich die ganze Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt der Held eines Films, der doch nicht nur die Anfechtungen und Nöte eines idealistischen Materialisten zeigen will?

Es gibt eine Szene in der Mitte des Films, da taucht der heimliche Hauptfigur einmal auf. Es ist das Leinentuch, in das Marx‘ neugeborene Tochter gewickelt ist, bevor sie in die Arme ihres Vaters gelegt wird. Dies ist nämlich die einzige Szene, wo das Produkt der Arbeit tatsächlich „zum Tragen kommt“. Ansonsten sieht man von dem, was Kapitalistenschwein Engels sen. herstellt, wenig bis nichts. Die Szenen, die in der Leinenfabrik spielen, zeigen nur die ausgebeutelten Arbeiterinnen und die gesichtslos-kalten Maschinen. Das „was hinten raus kommt“, bleibt unsichtbar.

Es ist das Tuch, das sich Marx und der vierte Stand nun schneller und billiger leisten kann, weil der Räuberbaron es maschinell herstellt. Es ist die saubere Decke, in die das Baby gewickelt wird – kein filziger Lumpen mehr. Es ist der Gehrock, den sich nun auch der Revolutionär leisten kann, wenn er wie Proudhon vor den Arbeitern steht und in Reden die Abschaffung des Privateigentums fordert. „Eigentum ist Diebstahl“ sagt er, doch seinen Gehrock darf er anbehalten …

Das Tuch

Es ist dieses Tuch, das – in Massen produziert – den Massen den Alltag bequemer und leichter macht. Es ist Engels‘ Kapital, das das Leben der Arbeiterklasse angenehmer macht. Angenehmer zumindest, als die Lektüre des „Kapitals“ es vermag.

Daher ist es auch fast unsichtbar. Nach Frédéric Bastiat erkennt man einen guten Sozialphilosophen daran, dass er unterscheiden kann zwischen dem, was man sieht, und dem, was man nicht sieht. Man sieht das Elend der Arbeiterklasse. Nicht jedoch sieht man, wie die Produkte des Kapitalisten Wohlstand produzieren. Man sieht die Bettler auf der Straße. Man sieht jedoch nicht die bettelnden Arbeiter, weil es sie nicht gibt. Weil die nämlich von Engels sen. von der Straße geholt wurden und nicht mehr betteln müssen, wie es die Natur eigentlich für Sie vorgesehen hatte.

Man sieht das Leinentuch nicht, man sieht den Ursprung des Wohlstands nicht, man sieht die Quelle des Geldes nicht, das Marx sein Schreiben finanzierte.

Ein kleines idyll

Bis auf eine Szene: Jenny Marx wird von Gläubigern belagert, die die Begleichung ihrer Schulden fordern. Auftritt Karl, der sie mit jovialer Geste ausbezahlt. Kuz darauf hält er der glücklichen Ehefrau einen Hummer vor die Nase, und die nächste Szene zeigt, wie die Familie im Garten den gekochten Hummer isst (Bezüge zu Sara Wagenknecht sind rein zufällig …).

Ein Idyll. Bezahlt von Engels‘ Vater, dem Ausbeuter der Arbeiterklasse.