Der Kapitalismus und das gute Leben

Unser Leben wird immer schneller, stressiger und oberflächlicher – woran liegt’s?

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Unser Leben wird immer schneller, stressiger und oberflächlicher – woran liegt’s? Am Kapitalismus natürlich, ist doch offensichtlich!

Ist das wirklich so offensichtlich? In einem Gespräch mit Rob Crusoe und Johannes von Philosophie Workout haben wir über alternative Antworten auf die Krise des Subjekts in der Spätmoderne nachgedacht.

Es handelt sich dabei um einer eher soziale und ästhetische Kritik an den Verhältnissen, wie sie von der Frankfurter Schule, insbesondere von Erich Fromm und von Herbert Marcuse, später von Neil Postman, von Alain Ehrenberg, von Hartmut Rosa oder von Gernot Böhme formuliert worden ist:

  • endloses Wachstum in einer endlichen Welt, Ressourcenknappheit, Ausbeutung der Lebensgrundlagen, Umweltzerstörung, Ausbeutung der Menschen, Beschleunigung der Arbeits- und Lebenswelt
  • immer mehr Chancen und Wahlfreiheit führen zu immer mehr Druck und Stress
  • die Technik erleichtert uns zwar den Alltag, trotzdem schaffen wir nie, was wir uns vorgenommen haben – es ist irgendwie immer zu wenig Zeit …
  • die sozialen Beziehungen lockern sich und werden oft durch oberflächliche Sozialkontakte ersetzt, die Familie verliert an Wert, die Ehe wird obsolet, Freundschaften sind nur noch virtuell …
  • wir leben in einer Spaßgesellschaft, amüsieren uns zu Tode, werden immer oberflächlicher und vom Privatfernsehen dumm gehalten …
  • der Kapitalismus entfremdet uns vom Produkt der eigenen Arbeit, von den Mitmenschen, von der Natur, schließlich von uns selbst.

Aber was wäre, wenn es gar nicht am Kapitalismus liegt, dass die Menschen heutzutage so leben müssen? Was, wenn die Schuld dafür woanders zu finden wäre …?

KaiserTV Podcast, Folge 1: Was ist Resonanz?

Auch das Fernsehen hat ja mal klein angefangen, nämlich als Radio, und so geht es auch KaiserTV – erstmal als halbstündiger Podcast über Hartmut Rosas im Frühjahr 2016 bei Suhrkamp erschienene Soziologie der Weltbeziehung – „Resonanz“.

Auch das Fernsehen hat ja mal klein angefangen, nämlich als Radio, und dieses Schicksal teilt nun offenbar auch KaiserTV – Folge 1 erscheint erstmal als halbstündiger Podcast über Hartmut Rosas im Frühjahr 2016 bei Suhrkamp erschienene Soziologie der Weltbeziehung„Resonanz“.

Auf Soundcloud zu hören unter:

 

Vom Zauberwort zur Knechtschaft – H. Rosa: Resonanz – Teil 2: Kritik

Noch mehr Macht – für einen guten Zweck!

Man hat ja beim Lesen von Büchern, die von Sozialwissenschaftlern geschrieben sind, deren Gesellschaftsanalyse sich an Marx, an die Frankfurter Schule, an Habermas anlehnt (Rosas Ansatz bezieht sich zudem explizit auf Axel Honneths Anerkennungsbegriff und Charles Taylors Kommunitarismus), auf jeder Seite die Befürchtung, dass beim Umblättern eine politische Forderung aufgestellt wird, die einen noch stärkeren bürokratischen Apparat, noch mehr Zwang und noch mehr politische Macht rechtfertigt und zur Notwendigkeit macht.

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… und die Welt hebt an zu singen – Hartmut Rosa: „Resonanz“

Teil 1: Was ist Resonanz?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgen früh auf und besitzen genau das Doppelte von dem, was Sie heute besitzen. Wären Sie glücklicher? Fürs erste schon, werden Sie vielleicht sagen, aber wir wissen auch, dass eine bloße Verdopplung von Ressourcen, über die wir verfügen, nicht automatisch dazu führen wird, dass wir ein glücklicheres und zufriedeneres Leben leben. Zumindest nicht auf lange Sicht. Irgendwann stellt sich auch bei dem reichsten Menschen Gewöhnung ein und wir merken: das Glück ist anderswo.
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