Wie man ein Buch liest

Nicht allein die Menge des Gelesenen ist entscheidend. Wichtig ist auch, die eigene Lektüre effektiv zu gestalten. Der US-Autor Mortimer J. Adler hat eine detaillierte Systematik entwickelt, mit der wir besser und schneller verstehen lernen können, was wir lesen – und zwar sowohl Belletristik als auch schwierige philosophische oder sozialwissenschaftliche Texte. Vor allem der Leser wissenschaftlicher Bücher droht ständig in der Flut der Fakten Zusammenhang und Überblick zu verlieren. Erprobte Techniken können hier helfen, die Lesequalität zu erhöhen.

Denn: „Gutes Lesen ist eine komplexe Tätigkeit, ebenso wie gutes Schreiben. Es besteht aus zahlreichen unverzichtbaren Einzelschritten. Je mehr ein Leser davon beherrscht, desto besser kann er lesen“ (M.J. Adler). „Wie man ein Buch liest“ wurde schnell zu einem Dauerbestseller. Es gilt noch immer als die beste und erfolgreichste Anleitung zur Verbesserung und Vertiefung der Lesetechniken, als das „Schlüsselwerk zur Kultur“ (The New Yorker).

Charles van Doren, langjähriger Co-Autor von Adler, hat das Buch auf den neuesten Stand gebracht. Es stellt die wichtigsten Lesetechniken vor, vom systematischen Querlesen und prüfenden Lesen bis hin zum Schnelllesen, ganz gleich, ob es sich um Sachbücher, Romane, Drama, Lyrik, historische, philosophische oder naturwissenschaftliche Texte handelt.

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Ayn Rand: Kapitalismus. Das unbekannte Ideal. – Philipp Dammer im Gespräch

 

 

Warum der Kapitalismus nicht nur die am besten funktionierende, sondern auch die einzig moralische Wirtschaftsordnung ist, erklären Ayn Rand und ihre Mitstreiter Nathaniel Branden, Alan Greenspan und Robert Hessen in diesem Essayband. Dabei erörtern sie den allgemeinen Umgang mit Unternehmern und privaten Unternehmen, die Ursachen der Kriege, das Versagen der Konservativen und die dunklen Seiten des Altruismus. Sie belegen, daß altruistische Argumente immer wieder nur als Vorwand dienen, die Fundamente des Kapitalismus zu untergraben. Damit fordern sie nicht nur den vorherrschenden Zeitgeist heraus, sondern zeigen auch Wege aus der herrschenden philosophischen Verwahrlosung auf.
Ayn Rand (1905-1982) ist die Autorin von „Der Streik“, eines der provokantesten philosophischen Bestseller seiner Zeit und weiterer einflußreicher Romane und philosophischer Werke mit Millionenauflage weltweit. Ihre einzigartige Philosophie, der Objektivismus, wird weltweit kontrovers diskutiert.

Das deutsche Krokodil – Ijoma Mangold im Gespräch

„Woher kommt es, dass man so ist, wie man ist?“, fragt sich Ijoma Mangold in seinem Buch „Das deutsche Krokodil“ (Rowohlt Verlag) – im Gespräch auf der Frankfurter Buchmesse denkt er nach über Assimilierung und Abweichung, das Aufwachsen in der deutschen Provinz und mit abwesendem nigerianischen Vater, Rassismus und positive Diskriminierung, das deutsche Kulturerbe und unsere Weltanschauungen.

Intellektuelles Anbiedern: Feuchtwanger in Moskau

Im Dezember 1936 fährt Lion Feuchtwanger nach Moskau. Seine ganze Hoffnung hat er mittlerweile auf die UdSSR gerichtet, weil er von den westlichen Demokratien enttäuscht ist, die seiner Meinung nach dem Nazi-Regime in Deutschland nicht klar genug entgegengetreten sind.1117

In dieser Zeit empfängt ihn Stalin und lässt ihn Augenzeuge des zweiten Moskauer Schauprozesses sein. Feuchtwanger bleibt für zwei Monate.

Sein Fazit:

Was ich verstanden habe, ist vortrefflich. Daraus schließe ich, dass das andere, was ich nicht verstanden habe, auch vortrefflich ist.

Im gleichen Jahr veröffentlicht der französische Schriftsteller André Gide ein dem kommunistischen Regime gegenüber kritisch eingestelltes Buch: Retour de l’U.R.S.S. („Zurück aus der Sowjetunion“), in dem er die Verfolgung nicht linientreuer Kommunisten durch Stalin anprangert. Hans Christoph Buch schreibt:

Trotzdem stimmte fast alles, was in der linken Intelligenzija Rang und Namen hatte, in den Chor der Verleumder ein: von Aragon und Barbusse bis zu Romain Rolland, von Brecht und Bloch bis zu Heinrich Mann.

220px-Stamps_of_Germany_(DDR)_1974,_MiNr_1945Und so bezahlt das Regime westliche Intellektuelle für positive Propaganda und lädt Feuchtwanger nach Moskau ein. Der Empfang ist triumphal, Feuchtwanger genießt es – das mache es schwer, gesteht er, nicht größenwahnsinnig zu werden. Während der beiden Monate wohnt im Luxus-Hotel „Metropol“ sowie zwei Erholungsheimen. Da er kein Russisch kann,  stellt ihm der sowjetische Geheimdienst Übersetzer zur Verfügung, die versuchen, ihn politisch zu indoktrinieren. Man verspricht, einige seiner Werke zu verfilmen sowie eine vierzehnbändige Werkausgabe zu drucken.

Schriftsteller wie Pasternak, die als nicht parteikonform gelten, hält man von Feuchtwanger fern. Erst kurz zuvor hat sich Feuchtwanger bei einem Besuch im Haus des Komintern-Chefs Georgi Dimitrow noch verwundert darüber geäußert, warum eigentlich alle Angeklagten „alles“ geständen und warum es außer den Geständnissen keine Beweise gegeben habe.

 

Doch nun versichert er, seine Kritik daran sowie an der fehlenden Pressefreiheit nicht im Westen zu publizieren.

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Lion Feuchtwanger: Moskau 1937

Am 7. Januar 1937 dann wird er wie ein Staatsgast im Kreml empfangen: Stalin gewährt im die Gunst eines Interviews. Seine Aussagen finden sich später in Feuchtwangers Reisebericht Moskau 1937 wieder. Bei dessen Niederschrift – nach der Rückkehr, in Sanary-sur-Mer – „hilft“ ihm ein Prawda-Reporter; das Regime hatte nach dem Gide-Erlebnis Angst, in der ausländischen Presse schlecht wegzukommen. Feuchtwanger lässt sich überzeugen, positive Passagen über Leo Trotzki und kritische Anmerkungen Lenins über Stalin aus dem Manuskript zu streichen. Eine russische Ausgabe erscheint noch im selben Jahr in sechsstelliger Auflage.

Ein Reisebericht für meine Freunde

Im Westen stößt Moskau 1937 eher auf Ablehnung, so bei Arnold Zweig und Franz Werfel. Der Soziologe Leopold Schwarzschild schreibt, das Buch gehe ihm „sauer ein“:

Auf keiner Seite von Moskau 1937 taucht irgendwelche Kenntnis auf. Eine sublime Ahnunglosigkeit schöpft einige Pseudo-Informationen aus Quellen, deren Benutzung von vornherein unstatthaft ist.

Für Hermann Kesten ist es „eine reine Stalin-Ode“ und selbst Thomas Mann schreibt: „Ist doch merkwürdig zu lesen.“
Der notorische Brecht freilich urteilt:
das Beste, was von Seiten der europäischen Literatur bisher in dieser Sache erschienen ist. Es ist ein so entscheidender Schritt, die Vernunft als etwas so Praktisches; Menschliches zu sehen, etwas, was eine eigene Sittlichkeit und Unsittlichkeit hat. Ich bin sehr froh, dass Sie das geschrieben haben.

Die Schauprozesse

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Während des zweiten Schauprozesses im Januar 1937 sitzt Feuchtwanger auf der Zuschauertribüne. Stalin habe ihn von der Schuld der Angeklagten der Schauprozesse überzeugt habe, schreibt er später.

Was in den Moskauer Schauprozessen zur Sprache kam, wurde als Gespräch mit verteilten Rollen aufgeführt. Manchen ausländischen Beobachtern kam es vor, als unterhielten sich Ankläger und Angeklagte wie zivilisierte Menschen miteinander. (Doris Danzer)
Feuchtwanger kommen offenbar keine Zweifel an der Authentizität des Gesehenen: „Das glich weniger einem hochnotpeinlichen Prozeß als einer Diskussion“. Er hätte es besser wissen können, schreibt Danzer, aber er log, weil ihm das Lob des Diktators mehr galt als die Liebe zur Wahrheit: „Wenn das gelogen war oder arrangiert, dann weiß ich nicht, was Wahrheit ist.“

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Die Bewertung seiner Eindrücke, die er von der Hauptstadt gewonnen hat, lassen erkennen, wie sich Anti-Modernität und Ideologie auch im kommunistischen Milieu miteinander verbinden:

Noch niemals ist eine Millionenstadt so von Grund auf nach den Gesetzen der Zweckmäßigkeit und der Schönheit gebaut worden wie dieses neue Moskau. … Ja, es ist ein ästhetischer Genuss sondergleichen, das Modell einer solchen Großstadt zu beschauen, die von Grund auf nach den Regeln der Vernunft gebaut ist, der ersten in ihrer Art, seitdem Menschen Geschichte schreiben.  … Das umwerfend Neue ist vielmehr die Planmäßigkeit, die Vernunftmäßigkeit des Ganzen, die Tatsache, dass man nicht nur auf die Einzelbedürfnisse Rücksicht genommen hat, sondern in Wahrheit auf die Bedürfnisse der ganzen Stadt, ja des ganzen riesigen Reiches.

Hier hören wir das ferne Echo eines antiken totalitären Platonismus vermischt mit dem allzu nahen Arbeitslärm des modernen Gesellschaftsingenieurs.

In Moskau, schreibt Feuchtwanger, gelinge durch die Überwindung von Egoismen eine mit sich selbst versöhnte Moderne, eine harmonische Form der Vergemeinschaftung in der neuen Stadt. Alles, was den Kommunismus verführerisch macht: die Überwindung der chaotisch empfundenen, organischen Verhältnisse durch Planung und Machbarkeitswahn sowie die Ablehnung von Eigennutz und Individualität zugunsten eines imaginären Gemeinwohls ist in dieser architektonischen Beobachtung vereint.

feuchtwangerFeuchtwanger sei nicht bereit gewesen, mehr in Frage zu stellen oder weiter hinter die Kulissen zu blicken, weil er nicht mehr sehen wollte, als das, was er sich erhoffte. Hier trennen sich „Anschauung und Wissen von Glauben und Glaubenwollen“ (Karl Schlögel).

Im Licht jener Öffentlichkeit, die die Sowjetunion für eine Ersatzheimat hielt, zog er es vor, zu lügen

schreibt der Historiker Jörg Baberowski.

 

Gründe

Im Fall Feuchtwanger können wir mutmaßen, dass es ihm mit der Verteidigung des real existierenden Sozialismus so geht wie vielen Linksintellektuellen in Geschichte und Gegenwart: Das System erscheint als einzig realistische, weil reale Alternative zu Faschismus auf der einen und Kapitalismus auf der anderen Seite; also muss es mit allen Mitteln verteidigt werden. Zudem will Feuchtwanger – darauf weist auch der Untertitel seines Reiseberichts hin – seinen Freunden, die vor den Nazis ins Exil geflohen sind, nicht die lebensspendende Hoffnung auf eine existierende Utopie zerstören.

 

Doch selbst 1956, nachdem in Chruschtschows Geheimrede Stalins Verbrechen bekannt werden, rückt Feuchtwanger nicht von seiner Lobpreisung des sowjetische Regimes ab die das Buch im letzten Absatz formuliert: „Es tut wohl, nach all der Halbheit des Westens ein solches Werk zu sehen, zu dem man von Herzen ja, ja, ja sagen kann.“

Der Kern seiner Bewunderung, urteilt Anne Hartmann, bleibe konstant: „Die Sowjetunion habe das einzigartige Experiment unternommen, einen Staat auf der Basis der Vernunft zu errichten. Und das Experiment sei geglückt, siegreich durchgeführt: ,Die Sowjet-Union ist da, fest und sicher und für immer‘, schreibt Feuchtwanger 1957.“

Literaturhinweise:

Lion Feuchtwanger: Moskau 1937. Ein Reisebericht für meine Freunde. Berlin 2000.

Hans Christoph Buch: Wer betrügt, betrügt sich selbst. Über André Gide und seine Reise in die Sowjetunion (1936), Die Zeit 1992.

Jörg Baberowski: Der rote Terror: Die Geschichte des Stalinismus. Frankfurt am Main 2007.

Karl Schlögel: Terror und Traum. Frankfurt am Main 2010.

Doris Danzer: Zwischen Vertrauen und Verrat: Deutschsprachige kommunistische Intellektuelle und ihre sozialen Beziehungen (1918 – 1960). Göttingen 2012.

Anne Hartmann: Der Stalinversteher – Lion Feuchtwanger in Moskau 1937. In: Osteuropa, 11.2014, S. 60.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rolle der Intellektuellen in der Gesellschaft [VORTRAG]

Einer der Gründe, warum das Feuilleton mehrheitlich hillary-phil zu sein scheint: Donald Trump ist DER Anti-Intellektuelle. Sein Businessman-Habitus, seine auf Achtklässler zugeschnittene Sprechweise, sein Stolz auf so weltlich-phallische Statussymbole, seine ganze ungeistige Existenz als erfolgreicher Unternehmer verkörpern all das, was Intellektuelle gemeinhin hassen – aus Neid? Oder gar aus Projektion?
Was aber, wenn die persönliche Abneigung gegen Figuren wie Trump die intellektuelle Öffentlichkeit blind macht für das größere Übel?

In meinem Vortrag geht es um die gegenwärtige Rolle der Intellektuellen. Ich beleuchte die Geschichte des Begriffs „Intellektueller“ zwischen Ehrentitel und Schimpfwort und ihre angestammte Funktion als „Priester des status quo“. Welchen Zweck erfüllen Intellektuelle in einer Gesellschaft und warum ist die intellektuelle Grundeinstellung üblicherweise linksliberal und etatistisch?
Im Anschluss an die Überlegungen des Kölner Sprachwissenschaftlers Dietz Bering und des Philosophen Roland Baader beleuchte ich die Schwierigkeiten, die Intellektuelle in der Abgrenzung von den herrschenden Narrativen hatten und haben.

[Die Video-Qualität ist leider nicht ausreichend, also habe ich mich entschieden, nur die Audio-Version hochzuladen – und sie mit wahllos ausgesuchten, hektisch verwackelten und zu krass bearbeiteten Eindrücken von meiner Reise nach New York City und New England 2016 zu unterlegen. Have fun!]

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Die Intellektuellen und die freie Gesellschaft – Vortrag am 27. 10. 2016

Beim Hayek-Club Köln halte ich am Donnerstag, dem 27. Oktober einen Vortrag – und DU bist herzlich eingeladen! Ja, genau DU!

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Hannah Arendt

Einer der Gründe, warum das Feuilleton mehrheitlich hillary-phil zu sein scheint: Donald Trump ist DER Anti-Intellektuelle. Sein Businessman-Habitus, seine auf Achtklässler zugeschnittene Sprechweise, sein Stolz auf so weltlich-phallische Statussymbole, seine ganze ungeistige Existenz als erfolgreicher Unternehmer verkörpern all das, was Intellektuelle gemeinhin hassen – aus Neid? Oder gar aus Projektion?
Was aber, wenn die persönliche Abneigung gegen Figuren wie Trump die intellektuelle Öffentlichkeit blind macht für das größere Übel?

In meinem Vortrag geht es um die gegenwärtige Rolle der Intellektuellen. Ich beleuchte die Geschichte des Begriffs „Intellektueller“ zwischen Ehrentitel und Schimpfwort und ihre angestammte Funktion als „Priester des status quo“. Welchen Zweck erfüllen Intellektuelle in einer Gesellschaft und warum ist die intellektuelle Grundeinstellung üblicherweise linksliberal und etatistisch?

Zu Wort kommen Émile Zola, Theodor W. Adorno, Karl Raimund Popper, Noam Chomsky, Roland Baader – und Hannah Arendt.

Im Anschluss an die Überlegungen des Kölner Sprachwissenschaftlers Dietz Bering beleuchte ich die Schwierigkeiten, die Intellektuelle in der Abgrenzung von den herrschenden Narrativen hatten und haben – und welche Möglichkeiten sie haben, um einer wirklich freien Gesellschaft zu dienen.


Der Vortrag findet in einem beliebten Brauhaus in Köln statt (nein, nicht in einem Keller) und der Eintritt ist kostenlos. Hier kann man sich formlos anmelden: hayekclubkoeln@gmx.de

„Das Unsägliche sagen“ – Huml/Rappenecker: „Jüdische Intellektuelle im 20. Jahrhundert“

Über die Suche nach einer Identität ,nach Auschwitz’ und die Formen des Erinnerns

 

„Wer Jude ist, bestimme ich“, hat der Wiener Bürgermeister Karl Lueger auf die Frage geantwortet, warum denn in seinem, eines Antisemiten Freundeskreis so viele Juden seien. Wenn es doch nur so einfach wäre, wird man sich denken, und im selben Augenblick: Bloß gut, dass es komplizierter ist. Denn Identität, kollektive zumal, ist nicht erst seit den Zeiten, da sie zu einem Modebegriff der Kulturtheorie avancierte, eine heikle Angelegenheit. Welche Instanz bestimmt, wer oder was jemand sei, wie er sich selbst verstehen, welchem Milieu er zugehören solle und welchem nicht, auf welche Weisen er sich von Mitgliedern anderer Kollektive zu unterscheiden habe? Um die Virulenz dieser Problematik für ein ,jüdisches’ Selbstverständnis zu verdeutlichen, muss man nicht erst auf die fatalen Bemühungen der Nazis verweisen, mittels Zwangszuweisung der Namen „Israel“ und „Sara“ oder des Davidsterns vermeintliche Klarheit in das Chaos zu bringen.

In diesem Sinne stellen die Autorinnen und Autoren des von Ariane Huml und Monika Rappenecker herausgegebenen Bandes „Jüdische Intellektuelle im 20. Jahrhundert“ die Frage nach dem Standort des jüdischen Denkens heute und suchen sie auf vielfältige, zwangsläufig unabgeschlossene Weise zu beantworten. Wollte man die Ergebnisse der 17 Einzelstudien zusammenfassen, die das thematische Feld von den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bis zur Gegenwart abstecken, so könnte es wohl nur in der Einsicht geschehen, dass jüdische Identität weder je fest umrissen war noch ist. Gerade diese Tatsache aber, so sind sich die Beitragenden einig, begründet den seismographischen Wert nicht nur eines jeden der geschilderten Schicksale von Karl Kraus über Hannah Arendt bis zu Ruth Klüger oder Hilde Domin, sondern überhaupt der gesamten neueren jüdischen Geschichte für die Entwicklungen der Moderne und Nach-Moderne.

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