Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten [RadioSchau 23]

Anlässlich des Todes von Robert M. Pirsig stelle ich sein Kultbuch „Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten“ vor.
Pirsig schreibt über sein Buch: »Es erschien zu einer Zeit kultureller Umwälzungen in der Frage materiellen Erfolgs. Die Hippies wollten nichts davon wissen. Die Konservativen verstanden die Welt nicht mehr. Materieller Erfolg war der amerikanische Traum. Millionen europäischer Tagelöhner hatten sich ihr Leben lang danach gesehnt und waren nach Amerika gekommen, weil sie ihn hier zu finden hofften – in einer Welt, in der sie und ihre Nachkom-men endlich genug zum Leben haben würden. Und nun warfen ihre verwöhnten Nachkommen ihnen diesen ganzen Traum vor die Füße, ließen kein gutes Haar daran. Was wollten sie ?
Dieses Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. Das heißt, es ist eigentlich weniger eine Alternative als viel-mehr eine Ausweitung der Bedeutung von ›Erfolg‹ auf etwas Größeres als das bloße Bemühen, eine gute Stellung zu finden und sich nichts zuschulden kommen zu lassen. Und auch etwas Größeres als bloße Freiheit. Es setzt ein positives Ziel, auf das man hinarbeiten kann, das einen aber nicht einengt. Das, so scheint mir, ist der Hauptgrund für den Erfolg des Buches. Es traf sich, daß die ganze Kultur genau nach dem auf der Suche war, was dieses Buch anzubieten hat. In diesem Sinne ist es ein Kulturträger.«

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Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Über hundert Verleger hatten das Manuskript abgelehnt. Dann biss einer an, machte dem Autor aber klar, dass er sich die Hoffnung auf Ruhm und Tantièmen besser ans Bein streiche. Er lag falsch: Robert M. Pirsigs «Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten» avancierte 1974 augenblicklich zur Bibel der Hippie- und Easy-Rider-Generation. Pirsig schildert darin eine Motorradtour, die er in Begleitung zweier Freunde und seines elfjährigen Sohns unternommen hat; die Bewältigung eines seelischen Zusammenbruchs und die schwierige Beziehung zum Kind beschäftigten den Autor ebenso wie philosophische und lebenspraktische Reflexionen. Der Erfolg erwies sich für den publikumsscheuen Schriftsteller eher als Hindernis; es dauerte siebzehn Jahre, bis sein zweites Buch, «Lila oder ein Versuch über die Moral», erschien. Nun ist Robert M. Pirsig 88-jährig in South Berwick im US-Bundesstaat Maine gestorben.

Quelle: NZZ (https://www.nzz.ch/robert-m-pirsig-gestorben-platon-auf-dem-motorrad-ld.1288744)

Heute um 19 Uhr: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten